
Vier Wochen Tankrabatt: Der ifo Tankrabatt-Tracker zeigt, wie viel von der Steuersenkung wirklich an der Zapfsäule ankommt und wo die Entlastung noch fehlt.
Seit dem 1. Oktober gilt er wieder: der Tankrabatt. Die Bundesregierung hat die Energiesteuer auf Diesel und Benzin gesenkt, um die Folgen der durch den Iran-Krieg gestiegenen Spritpreise abzufedern. Inklusive der geringeren Umsatzsteuer sollte das rechnerisch rund 17 Cent brutto pro Liter weniger bedeuten. Die große Frage nach vier Wochen: Kommt das Geld tatsächlich bei den Autofahrerinnen und Autofahrern an, oder bleibt ein Teil davon an der Tankstelle hängen?
Antworten liefert der ifo Tankrabatt-Tracker des ifo Instituts, der die Entwicklung wöchentlich misst. Das Prinzip dahinter ist clever: Statt einfach die Preise vor und nach der Einführung zu vergleichen, setzt das ifo Institut die deutschen Preise in Relation zu den französischen. Frankreich dient dabei als eine Art Vergleichsmaßstab, weil dort kein Tankrabatt gilt, die allgemeine Preisentwicklung an den Ölmärkten aber ähnlich verläuft. So lässt sich herausrechnen, was tatsächlich auf die Steuersenkung zurückzuführen ist – und was ohnehin passiert wäre.
Nach den Daten des ifo Instituts würde eine vollständige Weitergabe des Tankrabatts bedeuten, dass die Preise in Deutschland im Vergleich zu Frankreich um rund 17 Cent je Liter sinken. Die aktuellen Auswertungen für den Zeitraum bis Ende Oktober zeigen, dass dieser Wert bislang nicht erreicht wird. Die Wirkung bewegt sich je nach Kraftstoffsorte unterschiedlich: Diesel, Super E5 und Super E10 entwickeln sich laut dem Tracker nicht einheitlich, und keine der drei Linien erreicht durchgehend die volle Entlastung von 17 Cent.
Grundlage der Berechnungen sind laut ifo Institut minutengenaue Preisdaten sämtlicher Tankstellen in Deutschland, die über die Markttransparenzstelle des Bundeskartellamts erfasst und über die Plattform tankerkoenig.de bereitgestellt werden. Für Frankreich greifen die Forschenden auf die Preisdatenbank des französischen Wirtschaftsministeriums zurück. Aus diesen Rohdaten errechnet das Team um Florian Neumeier tägliche, zeitlich gewichtete Durchschnittspreise je Tankstelle und bildet daraus einen Gesamtmittelwert für beide Länder.
Warum ist das relevant für Menschen hier an Rhein und Mosel? Weil jeder Cent, der an der Zapfsäule nicht ankommt, am Monatsende im Portemonnaie fehlt. Der Tankrabatt führt laut ifo Institut zudem zu Steuermindereinnahmen und steht im Spannungsfeld zu klimapolitischen Zielen – ein Punkt, den die Forschenden ausdrücklich benennen. Ob sich die Weitergabe in den kommenden Wochen noch verbessert, bleibt offen. Der Tracker wird mittwochs aktualisiert, neue Zahlen gibt es also regelmäßig.
Während an der Tankstelle noch gerechnet wird, tut sich auch anderswo in der Region Neues: Wie wir in einem früheren Beitrag berichtet haben, führen in Lahnstein inzwischen erstmals zwei Frauen gemeinsam eine Polizeiinspektion. Zwei ganz unterschiedliche Geschichten, die zeigen: In der Rhein-Mosel-Region bewegt sich gerade einiges – an der Zapfsäule wie auf dem Posten.
Wer wissen will, ob sich der nächste Tankstopp lohnt, tut also gut daran, nicht nur auf die große Anzeige am Straßenrand zu schauen, sondern auch mal über den Tellerrand der eigenen Stadt hinaus. Der Rhein fließt schließlich für alle gleich – die Spritpreise offenbar nicht.






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