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Lahnstein macht Geschichte: Erstmals führen zwei Frauen eine Polizeiinspektion

In Lahnstein führen erstmals zwei Frauen gemeinsam eine Polizeiinspektion im Polizeipräsidium Koblenz – ein Zeichen für moderne Führung und Vereinbarkeit.

Redaktion
·
29. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 4 Tagen

Eine Premiere, die zeigt, wie sich die Region weiterentwickelt

Manchmal passiert das Besondere ganz leise, mitten im Alltag einer Dienststelle. So wie jetzt in Lahnstein. Dort leitet seit rund drei Jahren die Erste Polizeihauptkommissarin Caroline Fachinger die Polizeiinspektion. Mit der Amtseinführung von Polizeihauptkommissarin Inga Rombelsheim als stellvertretende Dienststellenleiterin steht dort nun erstmals ein rein weibliches Führungsteam an der Spitze einer Polizeiinspektion im nördlichen Rheinland-Pfalz. Ein Novum im Polizeipräsidium Koblenz — und ein Zeichen, das über Lahnstein hinaus wirkt.

Wer schon mal auf der Moselbrücke stand und gesehen hat, wie sich die Region Stück für Stück verändert, der weiß: Veränderung muss nicht laut sein, um bedeutend zu sein. Genau das trifft auch auf diese Personalie zu.

Kompetenz statt Konstellation

Für Fachinger und Rombelsheim ist ihre gemeinsame Führung kein Statement um des Statements willen. Im Mittelpunkt stehen für die beiden eine moderne, verlässliche und mitarbeiterorientierte Führung sowie die Verantwortung für die Sicherheit der Menschen im Dienstgebiet. „Wir möchten gemeinsam Verantwortung übernehmen, Entscheidungen transparent treffen und unseren Mitarbeitenden eine verlässliche Führung bieten. Gute Führung hängt nicht vom Geschlecht ab, sondern von Kompetenz, Erfahrung und Teamgeist“, betonen beide.

Das klingt nüchtern, ist aber genau der Punkt: Es geht nicht darum, eine Frauenquote zu erfüllen, sondern darum, dass zwei erfahrene Polizistinnen die Dienststelle gemeinsam voranbringen. Beide bringen langjährige Erfahrung aus unterschiedlichen Bereichen der Polizei Rheinland-Pfalz mit.

Familie und Führung — kein Widerspruch

Besonders bemerkenswert: Beide Führungskräfte sind Mütter. Inga Rombelsheim verbindet ihre neue Führungsaufgabe mit der Betreuung eines kleinen Kindes und wird die Funktion in Teilzeit wahrnehmen. Das ist mehr als eine organisatorische Randnotiz — es ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass anspruchsvolle Führungsaufgaben und Familie miteinander vereinbar sein können.

Dass das im Alltag auch Herausforderungen mit sich bringt, gerade bei der Kinderbetreuung, wird dabei nicht verschwiegen. Ehrlichkeit statt Hochglanz-Erzählung — das macht die Sache glaubwürdig. Die Polizei Rheinland-Pfalz entwickelt sich seit Jahren weiter, auch was moderne Arbeitsmodelle angeht. Flexible Arbeitszeiten und Teilzeit in Führungsfunktionen gewinnen zunehmend an Bedeutung, und Lahnstein zeigt jetzt ganz konkret, wie das aussehen kann.

Was Inga Rombelsheim dazu sagt

Auf die Frage, ob es etwas Besonderes sei, als erstes weibliches Führungsteam einer Polizeiinspektion im Polizeipräsidium Koblenz Geschichte zu schreiben, antwortet Inga Rombelsheim lachend: „Ich glaube, da kann ich für uns beide sprechen, da wir ganz ähnlich denken: Wir möchten nun wirklich nicht darauf reduziert werden, dass wir Frauen in diesen Funktionen sind. Für uns stehen gute Polizeiarbeit, Verantwortung und unsere Mitarbeitenden im Mittelpunkt. Aber wenn unsere Konstellation anderen Mut macht, Führungsverantwortung zu übernehmen, den Weg in diese, oder ähnlich geartete Funktionen zu gehen — gerade auch mit Familie oder in Teilzeit —, dann freut uns das. Entscheidend ist am Ende nicht das Geschlecht, sondern Motivation und die Qualität der Führung, und das zeigt sich für uns nicht nur in möglichst guten Entscheidungen, sondern auch darin, wie wir mit unseren Mitarbeitenden umgehen, ihnen zuhören und gerade in schwierigen Situationen an ihrer Seite stehen.“

Das sitzt. Keine große Rede über Gleichberechtigung, sondern ein ganz pragmatischer Blick auf das, was wirklich zählt: gute Arbeit, Nähe zu den Kolleginnen und Kollegen, Verlässlichkeit.

Der Blick von oben

Auch Polizeipräsident Jürgen Süs ordnet die Entwicklung ein und blickt dabei nach vorn: „Wir sind am Ziel, wenn zwei leistungsstarke Polizistinnen in der Leitung einer Polizeidienststelle keiner besonderen Meldung mehr bedürfen. Das Führungsduo in Lahnstein zeigt im Schulterschluss mit den Kolleginnen und Kollegen der Dienststelle, dass sich Beruf und Familie vereinbaren lassen.“

Ein bemerkenswerter Satz, wenn man genauer hinschaut: Der Polizeipräsident selbst sagt, dass diese Meldung eigentlich irgendwann keine Meldung mehr sein sollte. Bis dahin ist es aber wert, genau hinzusehen — denn Lahnstein zeigt gerade, wie Wandel in der Praxis aussieht, nicht nur auf dem Papier.

Was bleibt

Gemeinsam wollen Fachinger und Rombelsheim die erfolgreiche Arbeit der Polizeiinspektion fortführen, die Zusammenarbeit mit Kommunen, Wirtschaftsunternehmen, Rettungsdiensten, der Bundeswehr und anderen Sicherheitsbehörden weiter stärken und die Dienststelle zukunftsorientiert entwickeln. Dabei wollen beide Bewährtes erhalten, offen für Veränderungen bleiben — und vor allem ihre Mitarbeitenden mitnehmen.

Das klingt nach einem guten Plan für eine Dienststelle, die mitten in unserer Region für Sicherheit sorgt. Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft dieser Personalie: Es braucht gar keine großen Worte, um etwas zu verändern. Es reicht, einfach gute Arbeit zu machen — und dabei zu zeigen, dass Karriere und Familie zusammenpassen können. Schaut man demnächst mal wieder durch Lahnstein, lohnt sich vielleicht ein zweiter Blick auf die, die dort für unsere Sicherheit sorgen.

Quellen


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