
Diesel wird teurer, Benzin günstiger: Der ADAC meldet neue Kraftstoffpreise mit wachsendem Abstand zwischen beiden Sorten. Was das fürs Tanken bedeutet.
Wer in den letzten Wochen getankt hat, kennt das Bild: Diesel wird spürbar teurer, während Super E10 immer weiter nachgibt. Wir hatten das in einem früheren Beitrag schon beobachtet, als der Diesel um 0,8 Cent zulegte und Benzin um 4,1 Cent fiel. Jetzt zeigt sich: Der Trend hat sich nicht nur fortgesetzt, er hat sich sogar verschärft.
Nach aktuellen Zahlen des ADAC ist Super E10 im Vergleich zur Vorwoche um 2,6 Cent günstiger geworden und kostet im bundesweiten Mittel 2,084 Euro je Liter. Diesel dagegen ist um 3,4 Cent gestiegen, auf nun 2,289 Euro. Der Abstand zwischen beiden Sorten ist damit auf über 20 Cent gewachsen. Das kennt ihr vielleicht noch anders, oder? Lange Zeit war Diesel die günstigere Wahl an der Zapfsäule, inzwischen hat sich das Bild komplett gedreht.
Der ADAC nennt dafür mehrere Gründe. Der Ölpreis ist gestiegen, ein Barrel der Nordseesorte Brent liegt derzeit bei rund 114 US-Dollar. Hinzu kommt eine angespannte Lage auf den internationalen Dieselmärkten. Und dann ist da noch die Jahreszeit: Mit dem Herbst steigt traditionell die Nachfrage nach Heizöl, und das zieht den Dieselpreis zusätzlich mit nach oben, weil beide Produkte aus demselben Rohstoff stammen und sich die Märkte gegenseitig beeinflussen.
Bemerkenswert dabei: Obwohl der Ölpreis insgesamt gestiegen ist, wird Benzin trotzdem günstiger. Schon in der Vorwoche war das so, jetzt setzt sich der Rückgang fort. Der ADAC deutet das so, dass bei Super E10 offenbar noch Spielraum für Preisnachlässe bestand, den die Tankstellen jetzt nach und nach weitergeben.
Schaut man auf die Zahlen vom 21. Oktober, wird die Entwicklung noch deutlicher. Damals hatte der ADAC laut geldbeutelhelden.de einen Super-E10-Preis von 2,110 Euro gemeldet, Diesel lag bei 2,255 Euro. Die Differenz zwischen beiden Sorten war also vor einer Woche noch deutlich kleiner als jetzt. Mit anderen Worten: Benzin ist seitdem nochmal günstiger geworden, Diesel nochmal teurer. Die Schere geht weiter auseinander, und zwar in beide Richtungen gleichzeitig.
Wer mit spitzem Bleistift rechnet, merkt den Unterschied schnell: Bei einer Tankfüllung von 50 Litern Super E10 macht der Wochenunterschied von 2,6 Cent rund 1,30 Euro aus. Bei Diesel schlagen die 3,4 Cent mehr pro Liter mit etwa 1,70 Euro zusätzlich zu Buche, gerechnet auf dieselbe Menge. Kein Betrag, der den Alltag auf den Kopf stellt, aber über Wochen und Monate summiert sich das.
Der ADAC empfiehlt weiterhin, nach Möglichkeit kurz vor 12 Uhr zu tanken. Die Preise ziehen um die Mittagszeit herum an und fallen danach wieder langsam ab, das ist ein Muster, das sich über den Tag verteilt immer wieder zeigt. Wer die Wahl hat, fährt mit diesem Timing meist besser als mit dem spontanen Stopp auf dem Heimweg am späten Nachmittag.
Hilfreich ist dabei auch der Vergleich zwischen verschiedenen Tankstellen. Der ADAC verweist auf seine App „ADAC Drive“, über die sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland checken lassen. Gerade weil sich die bundesweiten Durchschnittswerte nicht eins zu eins auf die Tankstelle um die Ecke übertragen lassen, lohnt sich der kurze Blick vorher. Eine bundesweite Preisbewegung ist eben noch keine garantierte Ersparnis an der eigenen Zapfsäule, das gilt für Diesel genauso wie für Benzin.
Wer regelmäßig unterwegs ist, zwischen Koblenz und der Mosel-Region pendelt oder einfach öfter mal eine längere Strecke fährt, tut gut daran, die eigenen Tankkosten im Blick zu behalten. Ein Umweg von wenigen Kilometern zu einer günstigeren Tankstelle rechnet sich nur, wenn der Preisunterschied den zusätzlichen Verbrauch und die Zeit auch wirklich aufwiegt. Am Ende zählt der Preis, den ihr tatsächlich zahlt, nicht die Zahl, die bundesweit im Durchschnitt steht.
Ob sich die gegenläufige Entwicklung von Diesel und Benzin in den kommenden Wochen fortsetzt, hängt stark vom Ölpreis und der Nachfrage nach Heizöl ab. Mit dem Winter im Nahen dürfte die Heizölnachfrage eher noch zunehmen, was weiterhin Druck auf den Dieselpreis ausüben könnte. Für Benzin bleibt abzuwarten, ob der aktuelle Spielraum für Preisnachlässe weiter genutzt wird oder sich die Preise stabilisieren. Fest steht: Wer jetzt tankt, zahlt für Diesel spürbar mehr als noch vor zwei Wochen, für Super E10 dagegen etwas weniger. Ein guter Moment also, kurz nachzurechnen, bevor man an die Zapfsäule fährt.






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Antenne Koblenz
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.