
Neuwied bindet Kinder und Jugendliche aktiv in die Stadtentwicklungsstrategie NeuWie ein – mit Stadtteilwerkstätten, Jugendbeirat und Demokratiewochen.
Wer in Neuwied groß wird, soll auch mitreden dürfen, wie diese Stadt morgen aussieht. Das klingt erstmal nach einem schönen Gedanken – wird in Neuwied aber tatsächlich gelebt. Wir haben an dieser Stelle schon in einem früheren Beitrag darüber berichtet, wie Neuwied seine Stadtentwicklungsstrategie komplett neu aufgerollt hat. Jetzt gibt es Neues zu erzählen, vor allem darüber, wie Kinder und Jugendliche in diesen Prozess eingebunden werden.
Zur Erinnerung: Neuwied hat sich vorgenommen, seine Stadtentwicklungsstrategie aus dem Jahr 2018 zu überarbeiten. Die alte Grundlage trägt zwar noch, aber Themen wie Klimaschutz, Mobilität und Wohnen haben sich seitdem spürbar verändert. Wie news-koblenz.de berichtet, bildete ein öffentliches Auftaktforum unter dem Motto „NeuWie? Deine Stadt von morgen denken“ den offiziellen Startschuss für den Beteiligungsprozess. Die Veranstaltung fand in der Aula der David-Roentgen-Schule statt, mit Informationen zu Zielen und Ablauf der Strategie sowie moderierten Austauschformaten, in denen die Teilnehmenden eigene Ideen einbringen konnten.
Der Beteiligungsprozess ist bewusst breit angelegt. Laut news-koblenz.de sind neben dem Auftaktforum und einer Online-Beteiligung insgesamt 14 Stadtteilwerkstätten geplant. Das ist kein Zufall, sondern Prinzip: Neuwied will seine Zukunft nicht am Schreibtisch planen, sondern mit den Menschen entwickeln, die ihre Stadtteile am besten kennen. Wer möchte, kann sich übrigens auch unabhängig von Zeit und Ort über die Online-Plattform einbringen – und unter allen Teilnehmenden der Online-Beteiligung wird zusätzlich ein Gewinnspiel ausgelost.
Genau in dieses Konzept fügt sich ein, was die Stadt Neuwied aktuell zu ihrer Kinder- und Jugendbeteiligung vermeldet: Spezielle Formate sollen die Perspektiven von jungen Menschen gezielt in die Strategie „NeuWie?“ einfließen lassen. Das ist konsequent, denn wer heute zehn oder fünfzehn Jahre alt ist, lebt in zehn Jahren mitten in der Stadt, die jetzt geplant wird. Da wäre es schon komisch, sie nicht zu fragen, oder?
Dass Neuwied beim Thema Kinder- und Jugendbeteiligung nicht bei null anfängt, zeigt ein Blick auf die Stadtseite. Neuwied erhielt im September 2023 als erste Stadt in Rheinland-Pfalz das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“. Mit diesem Siegel geht laut Stadt Neuwied auch eine Verantwortung einher: die Rechte und Interessen von Kindern und Jugendlichen in der Deichstadt weiter zu stärken. Das städtische Kinder- und Jugendbüro, kurz KiJub, bietet dafür das ganze Jahr über Ferien- und Freizeitangebote an – egal ob in der Innenstadt oder in den Stadtteilen.
Wer wissen will, was konkret geboten wird, findet die Angebote gebündelt auf dem Kinder- und Jugendportal „up2date“. Dort bekommt die junge Generation genau die News und Events, die für sie relevant sind. Ergänzt wird das Angebot durch den Freizeitplaner, den das KiJub gemeinsam mit der Kreisjugendpflege des Landkreises jährlich herausgibt – mit Freizeittipps, Ferienangeboten, Workshops und einem Adressverzeichnis für Beratungsstellen, Vereine und Verbände in der Region. Für das kommende Jahr können Vereine ihre Veranstaltungen für den Freizeitplaner 2027 bereits jetzt online eintragen.
Auch strukturell ist Beteiligung in Neuwied fest verankert: Ein Jugendbeirat begleitet die Interessen junger Menschen, und im Jugendzentrum Big House gibt es seit Anfang Oktober mit Nicole Emmler eine neue Leitung. Wer sich selbst einbringen möchte, kann das übrigens auch ehrenamtlich tun – etwa in den Kindertreffs, die es in fast allen Stadtteilen gibt, oder bei den Ferienfreizeiten des KiJub. Nötig dafür sind mindestens 16 Jahre, Spaß an der Arbeit mit jungen Menschen und im Idealfall eine Jugendleitercard.
Dass Beteiligung und Demokratie in Neuwied gerade besonders großgeschrieben werden, zeigt auch ein weiteres Angebot: Unter dem Titel „Deine Stimme – No Joke!“ lädt die Stadt Neuwied vom 6. bis 20. November zu Demokratiewochen ein. Es geht um Fragen wie: Wie fühlt es sich an, die eigene Heimat verlassen zu müssen? Woran erkennt man manipulierte Bilder? Und was kann jede und jeder Einzelne gegen Ausgrenzung tun? Solche Formate passen gut zu dem, was die Stadtentwicklungsstrategie im Großen versucht – nämlich Menschen zum Mitdenken und Mitreden zu bewegen, bevor Entscheidungen fallen.
Ansprechpartnerin für die Stadtentwicklungsstrategie bei der Stadt Neuwied ist laut news-koblenz.de Alessa Strubel aus dem Bereich Stadtentwicklung. Wer selbst noch Ideen für seine Stadt von morgen hat, findet alle Informationen zum Prozess, zu Terminen und Hintergründen auf der Online-Plattform der Stadt.
Neuwied stellt sich gerade eine große Frage: Wie soll diese Stadt in zehn, fünfzehn Jahren aussehen? Und die Antwort darauf soll nicht nur aus Rathaus und Stadtrat kommen, sondern aus allen Stadtteilen, von allen Generationen – explizit auch von denen, die heute noch zur Schule gehen. Das ist mehr als eine freundliche Geste. Es ist die Anerkennung, dass eine Stadt nur so zukunftsfähig ist wie die Menschen, die in ihr aufwachsen und bleiben wollen. Vielleicht lohnt es sich also, selbst mal einen Blick auf die Beteiligungsangebote zu werfen – ganz egal, wie alt man ist.






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