
Beim Nastätter Oktobermarkt stürzte eine Werbetraverse um, zwei Besucher wurden verletzt. Alle aktuellen Fakten zum Unglück und zur Fortsetzung des Markts.
Der Oktobermarkt in Nastätten sollte ein paar unbeschwerte Tage werden – mit Fahrgeschäften, Ständen und jeder Menge Trubel im Rhein-Lahn-Kreis. Dann kam der Freitagnachmittag, und mit ihm starker Wind, der Rheinland-Pfalz und Teile Hessens in diesen Tagen ordentlich durchgeschüttelt hat. Gegen 16.30 Uhr stürzte an einem zentralen Zugang zum Marktgelände eine Werbetraverse um – ein querverlaufender Metallträger, an dem ein Banner befestigt war. Zwei Besucher wurden getroffen.
Wie der Deutsche Wetterdienst vorab gewarnt hatte, zogen an diesem Tag Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 60 und 75 Kilometern pro Stunde über die Region. Nach Einschätzung der Ermittler könnte genau eine solche Böe die Konstruktion zu Fall gebracht haben, wie Hit Radio FFH berichtet. Ganz geklärt ist das aber noch nicht.
Nach Angaben des BEN-Kurier handelt es sich bei den Verletzten um einen 72-jährigen Mann aus der Verbandsgemeinde Nastätten und einen 58-Jährigen. Der 72-Jährige erlitt schwerste Verletzungen, sein Zustand gilt als kritisch. Er wurde nach einem Wiederbelebungsversuch mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Der 58-Jährige wurde ebenfalls schwer, aber nicht lebensbedrohlich verletzt.
Jürgen Fachinger, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Koblenz, bestätigte diese Angaben bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen, die umgestürzte Traverse wurde sichergestellt. Ob die Konstruktion ordnungsgemäß gesichert war oder ob tatsächlich der Wind allein die Ursache war, prüfen die Ermittler weiter. Zu möglichen Verantwortlichkeiten machte die Polizei bislang keine Angaben.
Der Unfall löste einen größeren Einsatz aus. Im Gebiet waren laut BEN-Kurier fünf Rettungswagen, ein Krankentransportwagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug und zwei Rettungshubschrauber unterwegs, dazu die Feuerwehreinheit Nastätten und Schnelleinsatzgruppen des Rhein-Lahn-Kreises. Im Gebäude der Verbandsgemeindeverwaltung wurde eine Betreuungsstelle für Menschen eingerichtet, die das Geschehen unmittelbar miterlebt hatten. Auch die Notfallseelsorge Rhein-Lahn war vor Ort im Einsatz.
Verbandsgemeindebürgermeister Jens Güllering erklärte, die vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen hätten funktioniert. Die Unfallstelle sei umgehend abgesperrt und mit Sichtschutz versehen worden, für die Rettungskräfte habe es keine Behinderungen gegeben. Das Sicherheitskonzept der Veranstaltung habe sich in dieser Situation bewährt.
Der Festbetrieb wurde nach dem Unglück zunächst komplett unterbrochen. Weil die Kriminalpolizei den Unfallbereich für ihre Arbeit benötigte, war eine Fortsetzung am selben Abend kaum möglich. In einer Sitzung des Sicherheitsstabes, an der Polizei, Ordnungsamt, Veranstalter und Sicherheitsdienste beteiligt waren, fiel die Entscheidung, den Oktobermarkt für den restlichen Freitag abzusagen – auch aus Rücksicht auf die beiden Verletzten, wie es hieß.
Am späten Abend konnte Stadtbürgermeister Marco Ludwig bestätigen, dass die Kriminalpolizei ihre Arbeiten am Unfallort abgeschlossen hatte. Der Oktobermarkt sollte damit am Samstag ab 10 Uhr fortgesetzt werden, auch das Programm für Sonntag und Montag war weiterhin geplant. Wegen der stürmischen Wetterlage baute die Feuerwehr zusätzlich den Nastätter Kirmesbaum ab.
Für alle, die das Unglück miterlebt haben oder dadurch belastet sind, bietet die Verbandsgemeinde Nastätten weiterhin seelsorgerische Unterstützung an.
Solche Tage zeigen, wie schnell sich eine Stimmung drehen kann – vom Vorfreude-Trubel auf dem Festplatz zur bangen Frage, wie es den Verletzten geht. Während in Nastätten die Ermittler noch an den Details arbeiten, laufen anderswo in der Region ganz andere Geschichten weiter: Erst kürzlich hatten wir in einem früheren Beitrag über junge Koblenzer Handwerkerinnen und Handwerker berichtet, die sich für das Bundesfinale empfohlen haben – ein Beispiel dafür, dass die Rhein-Mosel-Region eben nicht nur aus Schlagzeilen besteht, sondern auch aus Menschen, die ruhig und beharrlich an ihrer Zukunft arbeiten.






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