
20 Junghandwerker aus dem Kammerbezirk Koblenz ziehen ins Bundesfinale der German Craft Skills ein – nach starken Auftritten beim Landesentscheid in Koblenz.
Hämmern, kneten, färben, reparieren, beraten – und das alles unter Wettbewerbsdruck. Genau das haben junge Handwerkerinnen und Handwerker aus der Region kürzlich getan, und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Beim Landesentscheid der „Deutschen Meisterschaft im Handwerk – German Craft Skills“ haben die Nachwuchstalente aus dem Bezirk der Handwerkskammer (HwK) Koblenz wieder gezeigt, wo in Rheinland-Pfalz die Musik spielt. Wer glaubt, Handwerk sei Nebensache, sollte sich diese Liste einmal in Ruhe ansehen.
Die Zahlen sprechen für sich: In insgesamt 31 unterschiedlichen Gewerken standen Talente aus dem Kammerbezirk Koblenz auf dem Podium. 20 davon holten sich den ersten Platz – und damit direkt das Ticket für den Bundesentscheid. Von der Kraftfahrzeugmechatronikerin über den Dachdecker bis zur Zahntechnikerin: Die Bandbreite der Berufe, in denen junge Menschen aus der Region landesweit vorn liegen, ist beachtlich. Dabei sind Namen wie Jasmin El Hrizi, die als Kraftfahrzeugmechatronikerin antrat, oder Katharina Baldus, die als Konditorin überzeugte, nur zwei von vielen Gesichtern hinter diesem Erfolg.
Auch Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerin Alexandra Nagel und Fleischerin Chantal Müller zählen zu den ersten Landessiegerinnen aus dem Bezirk. Hinzu kommen unter anderem ein Beton- und Stahlbetonbauer, ein Dachdecker, ein Zimmerer, eine Orthopädieschuhmacherin und ein Schornsteinfeger – Berufe, die man im Alltag oft übersieht, die aber genau jetzt zeigen, wie viel Präzision und Können dahinterstecken. Ralf Hellrich, Hauptgeschäftsführer der HwK Koblenz, bringt es auf den Punkt: Die jungen Fachkräfte seien hervorragende Botschafter für das Handwerk und zeigten, welche Karrierechancen in einer dualen Ausbildung stecken.
Dass der Landesentscheid überhaupt in dieser Form stattfinden konnte, liegt auch an der Rolle, die die HwK Koblenz in diesem Jahr übernommen hat. Als Landesleitstelle – eine Aufgabe, die turnusmäßig zwischen den rheinland-pfälzischen Kammern wechselt – verwandelte sich das Koblenzer Berufsbildungs- und Technologiezentrum in eine Wettkampfarena für 16 Handwerksberufe. Zusätzlich organisierte die Kammer den Landesentscheid der Land- und Baumaschinenmechatroniker beim Unternehmen Jungbluth in Kruft und stellte ihr Zentrum für Ernährung und Gesundheit für die Lebensmittelhandwerke zur Verfügung. Wie die Handwerkskammer der Pfalz berichtet, fanden die Wettbewerbe auf Landesebene im Oktober größtenteils genau dort statt – im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Koblenz. Auch die Pfälzer Nachwuchskräfte traten hier an, nachdem sie zuvor ihre Kammerentscheide in Kaiserslautern und Ludwigshafen für sich entschieden hatten. Der Wettbewerb der Raumausstatter wiederum wurde auf dem Campus der Handwerkskammer Trier ausgetragen. Das zeigt: Koblenz war in diesem Herbst ein echter Knotenpunkt für den handwerklichen Nachwuchs aus dem ganzen Land.
Für einen Teil der Landessieger aus dem Kammerbezirk Koblenz wird es schon bald wieder ernst, und das sogar vor der eigenen Haustür. Im November kämpfen unter anderem Fleischer und Konditoren im Zentrum für Ernährung und Gesundheit der HwK Koblenz um den Bundessieg. Parallel messen sich im Berufsbildungs- und Technologiezentrum die besten Kraftfahrzeugmechatroniker und Automobilkaufleute aus ganz Deutschland. Besonders bemerkenswert: In jedem dieser vier Handwerksberufe geht auch ein frisch gekürter Landessieger aus dem Kammerbezirk Koblenz an den Start – darunter Automobilkaufmann Leon Zimmermann aus Großmaischeid.
Die German Craft Skills selbst sind kein neues Format. Wie die Handwerkskammer der Pfalz einordnet, gibt es den Wettbewerb bereits seit 1951, heute gilt er als Europas größter Berufswettbewerb. Er soll dem handwerklichen Nachwuchs eine Bühne geben, Spitzenleistungen sichtbar machen und zeigen, welche Chancen eine Ausbildung im Handwerk eröffnet. Auch aus dem Bezirk der Handwerkskammer der Pfalz schafften es zahlreiche Nachwuchskräfte aufs Podium: Zehnmal Gold, neunmal Silber und sechsmal Bronze kamen dort zusammen, dazu drei vierte Landessiege und zwei erste Kammersiege – unter anderem in Berufen wie Bestattungsfachkraft, Goldschmiedin oder Zweiradmechatroniker mit Schwerpunkt Fahrradtechnik.
Zwischen Rhein und Mosel wird offenbar nicht nur gut gelebt, sondern auch gut gelernt. Die Liste der Landessieger aus dem Kammerbezirk Koblenz liest sich wie ein Who’s who junger Fachkräfte, die in ihren Werkstätten, Backstuben und Betrieben genau das tun, was man sonst gern übersieht: Dinge mit den eigenen Händen zum Laufen bringen. Vielleicht lohnt es sich, beim nächsten Handwerker-Termin mal genauer hinzuschauen – wer weiß, wer da gerade am Werk ist.
Update: Es gibt neue Entwicklungen zu diesem Thema:






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