
Nach einem Bandendiebstahl in Linz am Rhein sucht die Polizei drei Verdächtige per Öffentlichkeitsfahndung.
Manchmal reicht ein kurzer Moment, ein bisschen Vertrauen und schon ist etwas weg, das nicht wiederkommt. Genau das ist einem Geschäft in Linz am Rhein passiert. Wer öfter mal am Rhein entlangfährt, kennt solche kleinen Läden, in denen Schmuck und Gold über die Theke gehen und man sich eigentlich aufeinander verlassen können sollte. Am 4. August 2026 gegen 12:05 Uhr betraten drei bislang unbekannte Personen, zwei Männer und eine Frau, genau so einen Goldladen. Sie zeigten Interesse an einer Goldkette, leisteten eine Anzahlung von 200 Euro und sagten, sie kämen bald zurück, um den Rest zu bezahlen.
Sie kamen nicht zurück. Stattdessen stellte der Geschädigte kurz darauf fest, dass die Goldkette verschwunden war. Der finanzielle Schaden bewegt sich im mittleren vierstelligen Bereich, wie das Polizeipräsidium Koblenz mitteilt. Keine Kleinigkeit, sondern ein handfester Verlust für jemanden, der sein Geschäft führt und darauf vertraut, dass ein Handschlag und eine Anzahlung auch etwas wert sind.
Das Vorgehen klingt unspektakulär, fast banal – und genau das macht es so wirkungsvoll. Interesse zeigen, eine kleine Anzahlung leisten, einen plausiblen Grund nennen, warum man gleich wiederkommt, und dann einfach verschwinden. Kein lautes Spektakel, kein Einbruch, keine Gewalt. Nur ein paar Minuten Zeit und die Hoffnung, dass niemand misstrauisch wird, bevor man längst über alle Berge ist.
Die Kriminalpolizei Neuwied geht von einem Bandendiebstahl aus und hat deshalb eine Öffentlichkeitsfahndung eingeleitet. Fotos der drei Beschuldigten sind im Fahndungsportal der Polizei Rheinland-Pfalz veröffentlicht, einsehbar unter diesem Link. Wer die abgebildeten Personen erkennt oder Hinweise auf ihren Aufenthaltsort geben kann, soll sich nicht scheuen, das zu melden.
Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Neuwied entgegen, telefonisch unter 02631878-256 oder per E-Mail an kineuwied.k43.eigentum(at)polizei.rlp.de. Gerade bei solchen Fällen zählt oft jede Kleinigkeit: eine Erinnerung an ein Gesicht, ein Auto, das zur falschen Zeit am falschen Ort stand, ein Name, der irgendwo im Hinterkopf hängen geblieben ist. Fahndungen wie diese funktionieren nur, wenn Menschen aus der Region hinschauen und sich melden, auch wenn sie glauben, ihre Beobachtung sei vielleicht nicht wichtig genug.
Das Polizeipräsidium Koblenz ist für Rückfragen rund um die Öffentlichkeitsarbeit ebenfalls erreichbar, über Anika Färber-Neumann unter der Telefonnummer 0261-103-50024 oder per E-Mail an ppkoblenz.presse@polizei.rlp.de. Wer sich generell über die Arbeit der Polizei in der Region informieren möchte, findet weitere Informationen auf der Seite des Polizeipräsidiums Koblenz.
Fälle wie dieser erinnern daran, dass Vertrauen im Alltag etwas Kostbares ist – gerade in kleinen Geschäften, in denen man sich noch kennt oder zumindest kennen sollte. Wer am Rhein unterwegs ist, durch Linz schlendert oder einfach nur beim Bäcker nebenan steht und dabei zufällig etwas beobachtet, das nicht ganz stimmig wirkt, der tut der ganzen Nachbarschaft einen Gefallen, wenn er genau hinschaut. Nicht aus Misstrauen gegenüber jedem Fremden, sondern aus diesem Gefühl heraus, das viele von uns kennen: Hier kennt man sich, hier schaut man füreinander hin. Genau das macht die Region aus, in der wir leben.






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