
Schülerlotsen der Goetheschule Kaiserslautern sichern täglich den Schulweg und wurden dafür mit dem Präventionspreis „Der Rote Ritter“ ausgezeichnet.
Schulweg ist nicht gleich Schulweg. An manchen Stellen reicht ein Blick nach links und rechts, an anderen braucht es mehr. Genau so eine Stelle liegt an der Integrierten Gesamtschule Goetheschule in Kaiserslautern. Morgendlicher Berufsverkehr, ein Kaufland-Markt, das Westpfalz-Klinikum mit Notaufnahme und das Hohenstaufen-Gymnasium liegen dort dicht beieinander. Das sorgt für starken Verkehr und viele Fußgänger gleichzeitig, wie die Wochenblatt-Reporter berichten.
Damit Kinder und Jugendliche trotzdem sicher über die Straße kommen, bildet die Verkehrswacht Kaiserslautern Stadt und Land seit Jahren Schülerlotsen aus. Zwischen 7.40 und 8 Uhr stehen sie am Zebrastreifen in der Goethestraße und helfen anderen sicher über die Straße. Ausgebildet werden sie von den Polizistinnen Tina Sornberger und Elke Berberich, die eng mit den Jugendverkehrsschulen von Stadt und Kreis zusammenarbeiten.
Wer Schülerlotse werden will, muss mindestens 13 Jahre alt sein und braucht eine Einverständniserklärung der Eltern. Die Ausbildung läuft an drei Tagen im Februar, mit theoretischem und praktischem Teil sowie einer abschließenden Prüfung. In diesem Jahr meldeten sich 17 Schüler – nach Angaben der ausbildenden Polizistinnen ein besonders starker Jahrgang.
Dass der Einsatz nicht nur den anderen nützt, betont Andrea Flaig, Geschäftsführerin der Verkehrswacht und zuständig für die Jugendverkehrsschule des Kreises. Die Jugendlichen würden den Verkehr dadurch anders einschätzen lernen und mehr Weitblick entwickeln – eine Erfahrung, die ihr eigenes Verhalten im Straßenverkehr später präge.
Für dieses Engagement gab es nun eine besondere Würdigung: Das Schülerlotsenprojekt der Goetheschule wurde mit dem Präventionspreis „Der Rote Ritter“ ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am Freitag, 23. Oktober, im kleinen Saal der Elbphilharmonie in Hamburg statt. Neben der Urkunde und einem Stofftier als Maskottchen brachten Sornberger und Berberich ein Preisgeld von 2000 Euro mit nach Kaiserslautern. Das Geld fließt in Lehrmaterial für die Schülerlotsenausbildung sowie in Warnkleidung und Hilfsmaterial.
Beworben hatte sich die Verkehrswacht mit Zustimmung aller Beteiligten über Andrea Flaig, die von dem Präventionspreis erfahren hatte. Die Gewinnbenachrichtigung traf im August ein.
Der Präventionspreis „Der Rote Ritter“ wird seit 2010 alle zwei Jahre vom gemeinnützigen Verein Aktion Kinder-Unfallhilfe vergeben. Ziel ist es, herausragende Ideen für mehr Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr zu fördern und bundesweit bekannt zu machen, damit andere Projekte sie als Vorbild nutzen können. Das Gesamtpreisgeld beträgt mindestens 20.000 Euro, Schirmherr ist der Bundesverkehrsminister.
Wie wirksam Schülerlotsen tatsächlich sind, lässt sich kaum beziffern. Die Polizistinnen selbst sagen laut Wochenblatt-Reporter, dass zwar Unfallstatistiken erhoben werden, Prävention sich aber nicht in Zahlen messen lasse. Wie viele Unfälle durch die tägliche Arbeit am Zebrastreifen verhindert werden, bleibt offen – jeder verhinderte Unfall zählt trotzdem.
Der Schulweg bleibt für viele Familien ein Stück Alltag, das man kaum hinterfragt – bis irgendwo ein Zebrastreifen fehlt oder niemand hinschaut. Kaiserslautern zeigt gerade, dass sich genau das ändern lässt, wenn junge Menschen selbst Verantwortung übernehmen.






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Antenne Koblenz
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.