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WHU zieht nach Düsseldorf: Was der neue Campus für die Region bedeutet

Die WHU plant einen neuen Campus in Düsseldorf. Was das für die Hochschule mit Wurzeln in Vallendar und die Region Koblenz bedeutet, liest du hier.

Redaktion
·
21. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 2 Wochen

Ein Name, der zu Vallendar gehört, geht neue Wege

Wer in der Region Koblenz von der WHU spricht, meint meistens mehr als nur eine Hochschule. Die WHU – Otto Beisheim School of Management ist seit Jahrzehnten mit Vallendar verbunden, gegründet einst auf Initiative der Industrie- und Handelskammer Koblenz. Jetzt kommt Bewegung in die Geschichte der Wirtschaftshochschule: Sie plant einen großen neuen Campus – und zwar in Düsseldorf.

Das klingt erstmal nach einer Nachricht aus NRW, betrifft aber auch uns hier an Rhein und Mosel. Denn was aus der Innovationskraft der WHU wird, ist keine rein akademische Frage. Es geht um Gründergeist, um Unternehmen, die aus der Hochschule heraus entstanden sind, und um die Frage, wie sich das Erbe einer Institution weiterentwickelt, die seit mehr als 40 Jahren für unternehmerische Exzellenz steht.

Was genau geplant ist

Laut einer Pressemitteilung des Landes Nordrhein-Westfalen will die WHU künftig ihre Aktivitäten auf einem neuen Campus in Düsseldorf bündeln. Einen Standort dort gibt es bereits seit 2010, nun soll ein großer Neubau in zentraler Lage entstehen. Die Pläne wurden am 7. Oktober 2026 in einer gemeinsamen Pressekonferenz von Ministerpräsident Hendrik Wüst, Wissenschaftsministerin Ina Brandes, Düsseldorfs Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und WHU-Rektor Prof. Dr. Christian Andres offiziell vorgestellt.

Nach Angaben des WiWi-TReFF-Forums ist der Campus Teil einer Allianz aus dem Land NRW, der Stadt Düsseldorf und der Hochschule, die bis 2034 umgesetzt werden soll. Ziel sei dabei auch eine europaweite Vorreiterrolle der WHU beim Gestalten der Künstlichen Intelligenz – ein Punkt, der zeigt, wie sehr sich die Hochschule für die kommenden Jahre neu aufstellen will.

Warum Düsseldorf und was das für Koblenz bedeutet

Ministerpräsident Wüst betonte laut Land.NRW, die Entscheidung der WHU für Düsseldorf unterstreiche die internationale Anziehungskraft Nordrhein-Westfalens als Standort für Spitzenforschung und unternehmerische Ideen. Wissenschaftsministerin Ina Brandes erinnerte dabei ausdrücklich an die Wurzeln der Hochschule: Gegründet auf Initiative der Industrie- und Handelskammer Koblenz gehöre Unternehmergeist und Gründerkultur seit jeher zur DNA der WHU.

Das ist der Satz, der für uns hier am Rhein besonders hängen bleibt. Die WHU trägt die Koblenzer Herkunft in ihrer Geschichte, auch wenn der Blick jetzt stärker nach Düsseldorf geht. Oberbürgermeister Stephan Keller sprach von einem Leuchtturmprojekt für Bildung, Innovation und Unternehmertum, das für seine Stadt langfristig eine ähnliche Bedeutung entwickeln könne wie frühere große Stadtentwicklungsprojekte.

Eine Hochschule mit Gründergeschichte

Was die WHU auszeichnet, lässt sich an Zahlen ablesen, die das Land NRW in seiner Mitteilung nennt: Gemessen an der Anzahl ihrer Studierenden ist die WHU die gründungsstärkste Hochschule in Deutschland. Mehr als ein Drittel der Studierenden gründet im Laufe der Zeit ein eigenes Unternehmen. Zu den bekanntesten Ausgründungen zählen Zalando, Flixbus und Hellofresh – allesamt sogenannte Unicorns, also Unternehmen, die beim Börsengang mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet wurden.

Als private Hochschule finanziert sich die WHU laut Land NRW vor allem über Stiftungskapital, Spenden, Zuwendungen und Studienentgelte, ohne auf Landesmittel angewiesen zu sein. Sie verfügt wie staatliche Universitäten über Promotions- und Habilitationsrecht und unterliegt denselben gesetzlichen Qualitätsanforderungen. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung WHU, Dr. Dr. Christoph Glaser, erklärte, man wolle mit der Projektskizze dem Lernen von morgen einen architektonischen Rahmen geben und dem Ökosystem für Unternehmertum neuen Raum verschaffen.

Der Blick nach vorn

WHU-Rektor Christian Andres machte deutlich, warum der Schritt aus Sicht der Hochschule notwendig ist: Die Führungsrollen der Zukunft würden immer komplexer, Künstliche Intelligenz, geopolitische Verwerfungen und gesellschaftlicher Wandel erforderten Urteilskraft, Agilität und vernetztes Denken. Hochschulen müssten deshalb stärker zu Knotenpunkten werden, an denen Studierende, Unternehmen, Forschung und öffentliche Institutionen zusammenkommen.

Für die Rhein-Mosel-Region bleibt die Frage spannend, wie sich dieser Wandel auf den bestehenden Standort Vallendar auswirkt. Fest steht: Die WHU bündelt ihre Zukunftspläne in Düsseldorf, während ihre Gründungsgeschichte untrennbar mit der Region Koblenz verbunden bleibt. Vielleicht ist das auch eine Einladung, genauer hinzuschauen, was Innovationskraft eigentlich bedeutet – und wo sie überall wurzeln kann, ganz gleich, wohin die Zukunft eine Institution führt.

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