
Die WHU plant einen neuen Campus in Düsseldorf. Was das für den Hochschulstandort Vallendar bedeutet und welche Zahlen Land NRW zur Gründerhochschule nennt.
Die WHU – Otto Beisheim School of Management will künftig ihre Aktivitäten auf einem neuen Campus in Düsseldorf bündeln. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landes Nordrhein-Westfalen hervor. Die private Hochschule hat dort bereits seit 2010 einen Standort, nun ist ein Neubau in zentraler Lage geplant. Die Pläne wurden am 7. Oktober 2026 bei einer gemeinsamen Pressekonferenz offiziell vorgestellt, mit dabei: Ministerpräsident Hendrik Wüst, Wissenschaftsministerin Ina Brandes, Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller und WHU-Rektor Christian Andres.
Für viele in der Region dürfte sich da erstmal die Frage stellen: Was wird eigentlich aus dem Stammsitz in Vallendar? Die WHU wurde laut Land NRW auf Initiative der Industrie- und Handelskammer Koblenz gegründet, Unternehmergeist und Gründerkultur gehören seit jeher zu ihrer DNA.
Nach Angaben des Landes NRW ist die WHU gemessen an der Zahl ihrer Studierenden die gründungsstärkste Hochschule in Deutschland. Mehr als ein Drittel der Absolventinnen und Absolventen gründet demnach im Laufe der Zeit ein eigenes Unternehmen. Zu den bekanntesten Gründungen zählen laut der Mitteilung Zalando, Flixbus und Hellofresh – allesamt sogenannte Unicorns, also Unternehmen, die beim Börsengang mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet wurden.
Als private Hochschule finanziert sich die WHU laut Land NRW vor allem über Stiftungskapital, Spenden, Zuwendungen und Studienentgelte, ohne Landesmittel in Anspruch zu nehmen. Sie verfügt wie staatliche Universitäten über Promotions- und Habilitationsrecht und gestaltet ihr Auswahlverfahren nach eigenen Kriterien.
Ministerpräsident Wüst wird in der Mitteilung des Landes zitiert, die Entscheidung der WHU für Düsseldorf unterstreiche die internationale Anziehungskraft Nordrhein-Westfalens als Standort für Spitzenforschung und unternehmerische Ideen. Wissenschaftsministerin Brandes betont, die WHU habe sich bewusst entschieden, in Nordrhein-Westfalen eine neue Heimat zu finden – dort erwarte sie eine einmalige Dichte von Hochschulen und Forschungseinrichtungen.
Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung WHU, Christoph Glaser, erklärt laut Land NRW, die Hochschule stehe seit mehr als 40 Jahren für unternehmerische Exzellenz und Innovationskraft. Mit der Projektskizze für Düsseldorf wolle man dem Lernen von morgen einen architektonischen Rahmen geben und dem eigenen Ökosystem für Unternehmertum neuen Raum verschaffen. Rektor Christian Andres spricht davon, dass Hochschulen stärker zu Knotenpunkten werden müssten, an denen Studierende, Unternehmen, Forschung und öffentliche Institutionen zusammenkommen.
Die Düsseldorfer Pläne reihen sich laut Land NRW in eine Serie guter Nachrichten für den dortigen Hochschulstandort ein: Erst kurz zuvor hatten die Universität Köln sowie der Verbund aus Ruhr-Universität Bochum und TU Dortmund in der Exzellenzstrategie reüssiert. Zusammen mit Bonn und Aachen zählen damit künftig fünf nordrhein-westfälische Universitäten zu den Exzellenzuniversitäten und -verbünden.
Was das konkret für den Campus in Vallendar bedeutet, lässt sich aus der Mitteilung des Landes nicht ableiten – sie beschreibt ausschließlich die Düsseldorfer Neubaupläne. Klar ist nur: Die WHU bleibt eine Hochschule mit Wurzeln in der Region, und wie es mit dem Standort an der Mosel weitergeht, wird sich zeigen.






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