
Die VHS Neuwied bot erstmals einen Deutschkurs für Eltern an, parallel zu Feriensprachkursen für Kinder.
Wer kennt das nicht: Die Kinder sind in den Ferien gut versorgt, aber was ist eigentlich mit den Eltern? Genau diese Frage hat sich die Volkshochschule Neuwied gestellt – und in den Herbstferien erstmals einen Deutschkurs speziell für Eltern angeboten. Wie der NR-Kurier berichtet, lief der Kurs parallel zu den Feriensprachkursen für 84 Schulkinder.
Zwei Wochen lang, an zehn Tagen jeweils von 9 bis 11.15 Uhr, drückten 22 Eltern die Schulbank. Praktisch gedacht: Wer seinen Nachwuchs zum Kurs bringt, kann in der Zeit gleich selbst etwas lernen – und muss nicht extra einen zweiten Termin organisieren.
Nach Angaben des NR-Kurier orientierte sich der Kursinhalt konsequent am Familienalltag. Auf dem Stundenplan standen Themen wie Familie, Kita, Schule, Gesundheit und Einkaufen – also genau die Situationen, in denen man im echten Leben sprachlich zurechtkommen muss. In der zweiten Woche ging es dann eine Stufe weiter: Telefonate führen, Termine vereinbaren, mit Behörden kommunizieren. Zum Abschluss wurde das Gelernte in einer Praxiseinheit noch einmal angewendet.
Finanziert wurde der Kurs aus Mitteln des Integrationskonzepts der Stadt Neuwied. Bürgermeister Peter Jung ordnete das Angebot größer ein, wie der NR-Kurier zitiert: Es gehe darum, Familien nicht nur zu unterstützen, sondern Eltern gezielt zu befähigen, ihren Alltag und die Bildungswege ihrer Kinder zunehmend selbstständig zu gestalten.
Das klingt erstmal nüchtern, trifft aber einen wichtigen Punkt: Wer die Sprache seines Umfelds beherrscht, kann Elterngespräche in der Schule führen, Arztbesuche organisieren oder den Wocheneinkauf ohne Hürden erledigen. Sprache ist eben kein Selbstzweck, sondern der Schlüssel zu ganz vielen kleinen und großen Alltagsmomenten. Und genau da setzt das Neuwieder Angebot an.
Das Feedback zum ersten Durchlauf war offenbar so positiv, dass die Volkshochschule bereits nachgelegt hat. Laut NR-Kurier startete ein neuer Elternkurs am 19. Oktober an der Heinrich-Heine-Realschule plus, diesmal im Regelbetrieb zweimal wöchentlich. Wer Interesse hat, kann sich weiterhin per E-Mail bei der Volkshochschule anmelden.
Das Format fügt sich, wie der NR-Kurier schreibt, in eine größere Linie der Stadt Neuwied ein: Volkshochschule, Sozialamt und Schulen wollen künftig enger zusammenarbeiten, um Bildungschancen schon früh zu verbessern. Eltern werden dabei nicht nur als Begleitpersonen am Rand gesehen, sondern als Partner, die selbst mitwachsen sollen.
Ob man nun gerade erst dabei ist, in Neuwied anzukommen, oder schon lange hier wohnt und trotzdem noch nach den richtigen Worten sucht – solche Angebote zeigen, dass es für den nächsten Schritt nie zu spät ist. Vielleicht ist es ja auch für dich oder jemanden in deinem Umfeld der passende Anstoß, mal nachzufragen.






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