
Das Boarte Piano Trio bringt am 8. November 2026 in der Rhein-Mosel-Halle Koblenz ein verloren geglaubtes Panufnik-Werk neben Haydn und Mendelssohn zu Gehör.
Manche Geschichten stecken schon in den Noten selbst, bevor überhaupt ein Ton gespielt wird. Am Sonntag, 8. November 2026, um 18 Uhr gastiert das Boarte Piano Trio im Rheinsaal der Rhein-Mosel-Halle – und bringt ein Werk mit, das eigentlich gar nicht mehr existieren sollte.
Im Zentrum des dritten Koblenzer Kammerkonzerts steht das Klaviertrio f-Moll von Andrzej Panufnik. Der Komponist schrieb es mit gerade einmal 20 Jahren, bevor es im Zuge des Warschauer Aufstands 1944 verloren ging. Wie Blick Aktuell berichtet, rekonstruierte Panufnik das Werk später aus dem Gedächtnis – so wie fast seine gesamte frühe Schaffensphase, die durch den Krieg vernichtet wurde. Aus einem Stück, das eigentlich der Auslöschung preisgegeben war, wurde so ein Sinnbild für Aufbäumen und Lebenswillen.
Das Boarte Piano Trio setzt sich aus drei polnischen Musikern zusammen: Jarosław Nadrzycki an der Violine, Karol Marianowski am Cello und Konrad Skolarski am Klavier. Nach Angaben von Blick Aktuell zählt die Formation zu den eindrucksvollsten Kammermusikensembles Europas und wurde bereits mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter die Pizzicato Supersonic Awards.
Die drei Musiker sind keine Unbekannten auf den großen Bühnen. Laut Blick Aktuell haben sie bereits in der Wigmore Hall, der Cadogan Hall und der Menuhin Hall in London gespielt, ebenso im Wiener Musikverein sowie in Konzerthäusern in Madrid, New York, Montreal und Brüssel. Als Mitglieder des Meccore String Quartet und in wechselnden Besetzungen haben sie zudem mit Orchestern wie dem London Philharmonic Orchestra, dem Royal Philharmonic Orchestra, dem MDR Sinfonieorchester und dem Simón Bolívar Orchester aus Venezuela zusammengearbeitet – dazu kommen Kooperationen mit Musikern wie Alfred Brendel, Günter Pichler und Paul Goodwin sowie Mitgliedern des Artemis Quartetts.
Dass ausgerechnet dieses Panufnik-Trio den Kern des Abends bildet, ist kein Zufall – es gibt dem Konzert seine besondere Tiefe. Umrahmt wird es von zwei weiteren Werken der Klaviertrio-Literatur. Nach Angaben des Boarte Piano Trios selbst steht zu Beginn Joseph Haydns Klaviertrio C-Dur, Hob.XV:27, auf dem Programm. Den Abschluss bildet Felix Mendelssohns Klaviertrio c-Moll, op. 66 Nr. 2 – ein Werk, das der Komponist seiner Schwester Fanny gewidmet hat, wie Blick Aktuell berichtet.
So entsteht ein Bogen von der klassischen Klarheit Haydns über die existenzielle Wucht Panufniks bis zur romantischen Dichte Mendelssohns. Drei Werke, drei Epochen, drei völlig unterschiedliche Blickwinkel auf dieselbe Besetzung – Klavier, Violine, Cello.
Das Konzert findet im Rheinsaal der Rhein-Mosel-Halle statt, Beginn ist um 18 Uhr. Wer sich die Location vorab anschauen möchte: Die Rhein-Mosel-Halle liegt dort, wo Koblenz sein Publikum traditionell mit Konzerten dieser Kategorie empfängt – mitten in der Stadt, nah am Wasser, wie so vieles hier. Weitere Informationen zu den Koblenzer Kammerkonzerten gibt es unter www.koblenzer-kammerkonzerte.de.
Wer sich fragt, was ein Konzertabend mit einem fast 100 Jahre alten, verloren geglaubten Trio zu tun hat mit dem eigenen Alltag: vielleicht genau das – dass Musik manchmal mehr übersteht, als man denkt. Und dass es sich lohnt, dafür mal früh am Sonntagabend den Fernseher auszulassen.






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