
Luftaufnahmen zeigen die Tornado-Schneise im Wald bei Weitersburg und Höhr-Grenzhausen: Bäume liegen wie ein Mikadospiel, nicht wie nach einem normalen Sturm.
Manchmal versteht man das Ausmaß eines Ereignisses erst, wenn man es von oben sieht. Genau das ist jetzt zwischen Weitersburg und Höhr-Grenzhausen passiert: Die aeroDCS GmbH hat im Auftrag der Landesforsten die Waldschäden aus der Luft begutachtet, die ein Tornado am 19. August hinterlassen hat. Wie die Rhein-Zeitung berichtet, zeigen die Luftaufnahmen eine deutliche Schneise im Wald – ein Bild, das selbst für das erfahrene Team ungewohnt war.
Wer kennt das nicht: Nach einem kräftigen Sturm liegen die Bäume meist alle in eine Richtung, umgeknickt vom Wind, der aus einer Himmelsrichtung kam. Bei diesem Tornado ist das anders. Nach Angaben der Rhein-Zeitung liegen die Bäume dort „wie ein Mikadospiel“ – kreuz und quer, ohne erkennbares System. Das macht deutlich, mit welcher Wucht und welcher Drehbewegung so ein Wirbelsturm durch den Wald fegen kann.
Für die Forstwirtschaft bedeutet das eine andere Art von Aufräumarbeit als nach einem gewöhnlichen Sturmschaden. Wo Bäume wild durcheinander liegen, ist die Räumung komplizierter, die Wege durchs Unterholz schwerer zu finden. Der lange Atem, den Försterinnen und Förster sonst schon bei normalen Sturmschäden brauchen, dürfte hier noch gefragter sein.
Die Entscheidung der Landesforsten, die Schäden per Luftaufnahme dokumentieren zu lassen, zeigt, wie moderne Technik heute bei der Bewältigung solcher Naturereignisse hilft. Aus der Luft lässt sich die Ausdehnung der Schneise viel besser erfassen als vom Boden aus, wo man zwischen umgestürzten Stämmen oft nur wenige Meter weit sieht. Diese Übersicht dürfte eine wichtige Grundlage dafür sein, wie die weiteren Aufräum- und Aufforstungsarbeiten im betroffenen Waldstück geplant werden.
Das kennt ihr vielleicht aus der eigenen Region: ein Wetterumschwung, der erst nach Stunden oder Tagen in seinem ganzen Ausmaß sichtbar wird. Der Tornado vom 19. August im Westerwald ist so ein Fall. Was an jenem Abend als lokales Unwetter begann, zeigt sich jetzt, Wochen später, aus der Vogelperspektive als tiefe Narbe im Wald zwischen Weitersburg und Höhr-Grenzhausen.
Der Wald braucht jetzt Zeit – Zeit zum Aufräumen, Zeit zum Nachwachsen. Bis dahin bleiben die Luftaufnahmen ein eindrückliches Dokument davon, was Naturgewalten in wenigen Minuten anrichten können.






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