
Über 200 Gäste erlebten Katherine Priddy bei Folk on the Rhine im Schlosskeller von Schloss Engers – mit ihrem Top-5-Album aus den britischen Charts.
Manchmal reicht ein Name, um einen Kellerraum in Engers bis auf den letzten Platz zu füllen. Mehr als 200 Besucherinnen und Besucher kamen zum Konzert der britischen Singer-Songwriterin Katherine Priddy im Schlosskeller von Schloss Engers, wie der NR-Kurier berichtet. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Reihe Folk on the Rhine statt – und war damit ein weiterer Beleg dafür, dass internationale Folk-Musik auch abseits der großen Bühnen ihr Publikum findet. Genau hier, am Rhein, nicht irgendwo.
Katherine Priddy war am Mittwoch, den 14. Oktober 2026, um 19.30 Uhr zu Gast. Der Eintritt war frei, eine Anmeldung nicht nötig – wer wollte, konnte die Konzertreihe stattdessen mit einer Spende vor Ort unterstützen.
Dass der Andrang so groß war, überrascht wenig. Die Rhein-Zeitung bezeichnet Priddy als eine der aktuell angesagtesten Stimmen der internationalen Folk-Szene. Bekannt wurde sie mit ihrer Stimme, ihrem Fingerpicking-Gitarrenstil und atmosphärischen Songs, die tief in der zeitgenössischen britischen Folk-Tradition verwurzelt sind.
Im Schlosskeller präsentierte sie ihr drittes Album „These Frightening Machines“, das im März 2026 erschien und es bis auf Platz 5 der britischen Charts schaffte. Damit setzt sie eine Entwicklung fort, die mit den beiden Vorgängeralben „The Eternal Rocks Beneath“ und „The Pendulum Swing“ begann. Der Auftritt in Engers war Teil ihrer Europatournee, mit der sie das neue Album auf dem Kontinent vorstellt.
Klanglich zeigt sich „These Frightening Machines“ vielfältig und erinnert, wie der NR-Kurier berichtet, stellenweise an Kate Bush. Inhaltlich kreisen die Songs um Fragen, die gerade jetzt viele beschäftigen: Was bedeutet es, weiterzumachen, wenn alles auseinanderzufallen scheint? Wie hält man Verbindungen in einer zunehmend gespaltenen Welt aufrecht? Und wie findet man seinen eigenen Platz in den Systemen und Maschinen, von denen man Teil ist? Keine leichten Themen – aber genau die Art von Fragen, die gute Folk-Musik seit jeher begleiten.
Priddys Weg in den vergangenen Jahren liest sich beeindruckend: ausverkaufte Headliner-Tourneen in Großbritannien, ein Auftritt in der renommierten BBC-Sendung „Later… with Jools Holland“ sowie zwei gemeinsam geschriebene und veröffentlichte Songs mit dem britischen Poet Laureate Simon Armitage. Dass eine Künstlerin mit dieser Vita den Weg nach Engers fand, zeigt, welchen Ruf sich Folk on the Rhine mittlerweile erarbeitet hat.
Präsentiert wurde das Konzert von Folk on the Rhine gemeinsam mit der Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz, unterstützt von der Stadt Neuwied und der Neuwieder Bürgerstiftung. Diese Kombination aus kulturellem Engagement und kommunaler Unterstützung sorgt dafür, dass Konzerte wie dieses überhaupt möglich sind – ohne Eintrittspreis, aber mit internationalem Anspruch.
Wer das Konzert verpasst hat: Das ist kein Grund zur Trauer, sondern eher ein Anlass, die nächsten Termine der Reihe im Blick zu behalten. Schloss Engers hat sich als Ort etabliert, an dem große Namen der Folk-Musik auf kleiner Bühne spielen – und das mitten in der Rhein-Mosel-Region. Wer früh genug kommt, sitzt beim nächsten Mal vielleicht schon in der ersten Reihe.






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