
Wie der Neuwieder Hospizverein trauernde Kinder und Familien kostenfrei begleitet – und warum Spenden von BenefitZ und der Schlosstanzschule dabei so wichtig…
Ein Todesfall in der Familie stellt alles auf den Kopf – für Erwachsene genauso wie für Kinder. Nur drücken Kinder ihre Trauer anders aus. Manchmal fragen sie an einem Tag hundertmal nach, warum Oma nicht mehr kommt, und am nächsten Tag spielen sie fröhlich im Garten, als wäre nichts gewesen. Das ist normal, und trotzdem wissen viele Eltern und Bezugspersonen in solchen Momenten nicht, wie sie richtig reagieren sollen. Genau hier setzt die Kinder-, Jugend- und Familientrauerbegleitung des Neuwieder Hospizvereins an – ein Angebot, das in der Region zunehmend Rückhalt bekommt, auch finanziell.
In Neuwied hat sich vor einiger Zeit der Verein „BenefitZ“ gegründet. Zehn Frauen aus verschiedenen Stadtteilen fertigen in ihrer Freizeit kunsthandwerkliche Produkte – Taschen, Textilien, Schmuck, Karten und Dekoration. Verkauft wird das Ganze auf regionalen Märkten, der Erlös fließt in caritative Projekte für Kinder. Kürzlich übergaben Sabine Auer und Birgit Kortus von „BenefitZ“ eine Spende von 1.500 Euro an die Kinder- und Familientrauerbegleitung des Neuwieder Hospizvereins. Empfangen wurde die Spende von Karin Breidbach, Ine Knopp und Ingrid Steyer aus dem Team der Trauerbegleitung, wie der NR-Kurier berichtet.
„Wir halten es für wichtig, dass Kinder und Familien in einer solchen schweren Zeit nicht allein gelassen werden“, betonten Auer und Kortus dem Bericht zufolge bei der Übergabe. Der Hospizverein leiste hier eine wichtige Arbeit, und man freue sich, die Kinder- und Familientrauerbegleitung mit der Spende unterstützen zu können.
Nicht nur „BenefitZ“ hat sich in Neuwied für trauernde Kinder und ihre Familien engagiert. Auch die Schlosstanzschule Neuwied hat gespendet, wie der Neuwieder Hospizverein auf seiner Website berichtet. Inhaberin Sibylle Daumas ist seit 39 Jahren als Tanzlehrerin in Neuwied tätig, ihre Schule besteht seit sechs Jahren. Aus Dankbarkeit für diesen langen gemeinsamen Weg entschied sie sich, 500 Euro an den Hospizverein zu spenden – zweckgebunden für das Projekt ANIMO.
ANIMO, das lateinische Wort für Mut und Zuversicht, ist ein kreatives Angebot für Menschen in Trauer. Aus Kleidungsstücken eines verstorbenen Menschen entstehen individuelle Erinnerungskissen. Was einmal vertraut war, wird zu etwas Neuem – und schenkt Trost und Nähe, wenn die Worte fehlen. „Wir freuen uns sehr über die Unterstützung durch die Schlosstanzschule“, wird Trauerbegleiterin Beate Christ vom Neuwieder Hospizverein auf dessen Website zitiert. Mit ANIMO wolle man Menschen eine Möglichkeit geben, ihre Erinnerungen auf ganz persönliche Weise zu bewahren. Spenden wie diese helfen dabei, solche besonderen Angebote weiterzuführen.
Was beide Spendenaktionen verbindet: Sie kommen direkt den Familien zugute, die einen geliebten Menschen verloren haben. Laut NR-Kurier sind die Angebote der Kinder-, Jugend- und Familientrauerbegleitung für die Familien kostenfrei. Trauerbegleiterin Beate Christ betont, dass Spenden wie die von „BenefitZ“ dabei helfen, Kindern und Jugendlichen weiterhin einen geschützten Raum für ihre Trauer anbieten zu können.
Das ist ein wichtiger Punkt, denn Trauerbegleitung kostet Zeit, Räume, geschultes Personal – und genau das lässt sich ohne Unterstützung aus der Region kaum stemmen. Wenn Vereine wie „BenefitZ“ oder Unternehmen wie die Schlosstanzschule einspringen, zeigt das, wie eng in Neuwied und Umgebung zusammengehalten wird, wenn es um die Schwächsten in einer Familie geht.
Kinder trauern nicht wie Erwachsene, und das ist auch gut so. Sie brauchen Erwachsene, die aushalten, dass Trauer in Wellen kommt, dass Fragen wiederkehren und dass auch ein Lachen mitten in der Trauerzeit dazugehören darf. Angebote wie die Kinder- und Familientrauerbegleitung des Neuwieder Hospizvereins oder das Projekt ANIMO geben genau diesen Rahmen – einen Ort, an dem Kinder und ihre Familien nicht allein gelassen werden.
Wer selbst in der Situation steckt oder jemanden kennt, der Unterstützung braucht: Der Neuwieder Hospizverein ist die richtige Anlaufstelle. Und wer helfen möchte, wie es „BenefitZ“ und die Schlosstanzschule vorgemacht haben, zeigt damit, dass Zusammenhalt in der Region keine leere Floskel ist, sondern ganz praktisch gelebt wird – mit selbst gefertigtem Kunsthandwerk, mit Tanzschuhen oder einfach mit offenen Ohren für die Nachbarschaft.






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