
Das Mittelrhein-Museum zeigt ab 23. Oktober die Ausstellung „macht der Stille“ von Christel Hermann aus Heimbach-Weis, wie die Stadt Koblenz mitteilt.
Manchmal braucht es keine lauten Gesten, um etwas zu bewegen. Das Mittelrhein-Museum zeigt ab dem 23. Oktober die Kabinettausstellung „macht der Stille“ mit Werken von Christel Hermann, wie die Stadt Koblenz mitteilt. Die 1951 geborene Künstlerin lebt in Heimbach-Weis und gehört seit Jahrzehnten zur Kunstszene der Region.
Laut Angaben der Stadt Koblenz studierte Christel Hermann von 1972 bis 1976 Bildende Kunst in Koblenz und legte 1978 ihr zweites Staatsexamen ab. Zwischen 1984 und 1985 absolvierte sie ein Fernstudium der Kunsttheorie in Tübingen. Seit 1989 betreibt sie ihr eigenes Atelier in Heimbach-Weis. Als freischaffende Künstlerin war sie bereits in zahlreichen nationalen und internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten. Sie ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft bildender Künstler am Mittelrhein und der Arbeitsgruppe rheinlandpfälzischer Künstler, was sie regelmäßig zu Ausstellungen in der Region führt.
Die Stadt Koblenz beschreibt, dass Christel Hermann seit 1989 in thematischen Werkzyklen arbeitet. Dazu zählen unter anderem „Beziehungen“ (1992–1994), „Insel“ (1996–2000), „Kindheit“ (2001–2005), „Archiv des Lebens“ (2011), „frei wie ein Vogel frei“ (2012–2020) sowie „kaum wahrnehmbar“, das seit 2015 fortgeführt wird. Der aktuelle Zyklus „Macht der Stille“ ist seit 2025 in Arbeit und bildet nun den Kern der Koblenzer Ausstellung.
Nach Angaben der Stadt setzt sich die Künstlerin in ihren Gemälden, Installationen und Tagebüchern mit gesellschaftlichen Themen, Krisen und Umbrüchen auseinander. Dabei stehe auch die Frage im Mittelpunkt, wie sich Welt, Mensch und Leben wandeln und wie sie sich selbst darin verortet.
Ihr Werk versteht sich laut Stadt Koblenz eher als plastisches Arbeiten denn als klassische Malerei. Christel Hermann experimentiert mit Materialien wie Harz, Leim, Pigmenten, Ölfarbe, Lehm, Ästen, Sand, Blättern oder Vogelnestern. Sie schichtet diese Stoffe, arbeitet sie ineinander, verbirgt und legt sie wieder frei. So entstehen Oberflächen, die in ihrer Vielschichtigkeit existenziellen Fragen und Emotionen nachspüren. Die zurückgenommene Farbgebung unterstütze dabei den poetischen Charakter der Arbeiten.
Die Eröffnung der Ausstellung findet am Freitag, 23. Oktober 2026, um 19 Uhr statt und ist kostenfrei. Am Donnerstag, 29. Oktober 2026, bietet eine Infoveranstaltung mit Christel Hermann und OStRin Franziska Feser von 14 bis 15 Uhr einen Ausstellungsrundgang mit künstlerisch-didaktischen Impulsen – Museumseintritt und Teilnahme sind laut Stadt Koblenz kostenfrei, die Veranstaltung ist zudem vom Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz als Fortbildung anerkannt.
Ein offenes Atelier mit „Kunstwerk des Monats“ ist für Donnerstag, 4. Februar 2027, von 17:30 bis 19:30 Uhr angesetzt und kostet 8 Euro beziehungsweise ermäßigt 4 Euro inklusive Museumseintritt und Material. Den Abschluss bildet die Finissage mit einem Künstlerinnengespräch zwischen Christel Hermann und Melanie Krause am Sonntag, 14. Februar 2027, um 15 Uhr.
Wer das Mittelrhein-Museum ohnehin auf dem Weg hat, findet hier einen Anlass, kurz innezuhalten – zwischen Rhein, Mosel und einer Kunst, die bewusst leise bleibt.






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