
Richtfest in Boppard: Die Kommunal-Akademie baut einen Solarparkplatz mit 33 überdachten Stellplätzen, Ladesäulen und teils öffentlicher Nutzung.
Wer in Boppard unterwegs ist und einen Parkplatz sucht, kennt das Problem: Nahe am Rhein wird es eng. Genau da setzt die Kommunal-Akademie Rheinland-Pfalz jetzt an. Am 29. Oktober feierte sie gemeinsam mit der Wi SOLAR BAU aus Kaisersesch Richtfest für eine Solarüberdachung auf dem Parkplatz nahe dem Seminargebäude Villa Belgrano. Die Tragkonstruktion für die Solarmodule steht damit planmäßig.
Der neu gebaute Parkplatz in der Leiergasse bietet insgesamt 40 Stellplätze, 33 davon werden mit einer Photovoltaik-Überdachung versehen. Die Anlage kommt auf eine installierte Leistung von rund 99 kWp und soll Strom liefern, der sowohl das Akademiegebäude versorgt als auch zum Laden von E-Autos genutzt werden kann.
Beim Richtfest waren unter anderem Dr. Karl-Heinz Frieden, Geschäftsführer der Kommunal-Akademie Rheinland-Pfalz, Boppards Bürgermeister Jörg Haseneier, Wi-SOLAR-BAU-Geschäftsführer Jochen Jobelius sowie Eveline Breyer, Vorsitzende der Kommunal-Akademie Rheinland-Pfalz, vor Ort. Bürgermeister Haseneier erklärte laut Mitteilung der Stadt Boppard, dass Boppard von dem Park- und Ladeangebot profitieren werde – besonders mit Blick auf das städtische Parkraumkonzept und die geplante Neugestaltung der Rheinallee zur Bundesgartenschau 2029. Ein Teil der Parkfläche soll demnach anteilig öffentlich nutzbar sein, konkret außerhalb der Betriebszeiten der Akademie, also abends, nachts und am Wochenende.
Dr. Karl-Heinz Frieden betonte, man wolle den Parkplatz noch Ende dieses Jahres eröffnen und den Seminarteilnehmern sowie Mitarbeitenden damit eine komfortablere Anreise ermöglichen. Zugleich erhofft sich die Akademie, den Parkdruck nahe dem Rhein zu verringern und die Stadt beim Ausbau der Rheinpromenade zu unterstützen.
Die Überdachungskonstruktion besteht aus Recyclingstahl und ist nach Angaben der Stadt Boppard für eine jahrzehntelange Nutzung ausgelegt. Wi SOLAR BAU aus Kaisersesch hat den Auftrag als Generalunternehmer übernommen – von Baugenehmigung und Planung über Tiefbau und Oberflächenbefestigung bis zur fertigen Photovoltaiklösung mit Ladeinfrastruktur. Grundlage ist das firmeneigene, modular skalierbare System „Wi park & charge“, bei dem elf kombinierte Drei-Parker die Fläche effizient ausnutzen. Insgesamt kommen 216 PV-Module zum Einsatz.
Geschäftsführer Jochen Jobelius erläuterte, die Photovoltaik-Anlage amortisiere sich nach wenigen Jahren und werde über rund 30 Jahre Solarstrom liefern. Der erwartete Ertrag deckt rechnerisch etwa 66 Prozent des jährlichen Strombedarfs der Kommunal-Akademie.
Über AC-Ladesäulen mit bis zu 22 kW und einem digitalen Abrechnungssystem kann die Akademie zusätzliche Einnahmen aus der Ladeinfrastruktur erzielen. Gleichzeitig rechnet die Einrichtung mit einer CO₂-Einsparung von rund 45.170 Kilogramm pro Jahr. Wer künftig in Boppard einen Parkplatz unter einem Solardach sucht, muss sich also noch ein wenig gedulden – aber die Richtung steht, im wahrsten Sinne des Wortes, schon einmal fest.






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