
Sechs Wortkünstler aus drei Bundesländern treten am 6. November beim Poetry Slam im Neuwieder Big House an – das Publikum entscheidet über den Sieg.
Manchmal reicht ein einziger Satz, um einen ganzen Saal zum Lachen zu bringen. Manchmal bleibt es nach einer Zeile plötzlich still, weil ein Gedanke genau da landet, wo er hinsoll. Poetry Slam lebt von diesem Wechsel zwischen Leichtigkeit und Tiefgang — und davon, dass niemand im Saal nur zuschaut. Am Freitag, 6. November, um 20 Uhr holt das Kinder- und Jugendbüro (KiJub) der Stadt Neuwied genau dieses Format noch einmal ins Jugendzentrum Big House in die Museumstraße 4a. Es ist der letzte Dichterwettstreit des Jahres in der Reihe „Live Lounge“.
Angetreten sind sechs Vortragende aus Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Aus Mainz kommen gleich zwei Teilnehmer: Lenny Felling und Artem Zolotarov. Felicitas Friedrich reist aus Bielefeld an, Tobias Beitzel aus Bad Berleburg und Lena Haddad aus Darmstadt. Komplettiert wird das Feld von Doro aus dem Kreis Ahrweiler. Wie die Stadt Neuwied mitteilt, bringen alle sechs eigene Texte mit und wollen das Publikum mit ihrer ganz persönlichen Art des Vortrags überzeugen.
Das klingt nach einem bunten Abend — und genau das ist er auch. Die Themen reichen von kleinen Absurditäten des Alltags bis zu großen gesellschaftlichen Fragen. Eine Regel gilt für alle gleichermaßen: Die Texte müssen aus eigener Feder stammen, Requisiten sind nicht erlaubt. Auf der Bühne zählt also nur, was die Teilnehmenden selbst geschrieben haben und wie sie es vortragen.
Beim Poetry Slam ist Schreiben nur die halbe Miete. Wie der NR-Kurier berichtet, spielen beim Bühnenvortrag neben dem Inhalt auch sprachlicher Ausdruck, Timing und persönliches Auftreten eine Rolle. Der Wettbewerb läuft deshalb in zwei Abschnitten: In einer doppelten Vorrunde trägt jede Person zwei Texte vor. Danach ziehen die beiden Teilnehmenden mit dem größten Zuspruch ins Finale ein.
Wer am Ende gewinnt, bestimmt an diesem Abend niemand anderes als das Publikum selbst. Wer im Big House sitzt, ist also nicht nur Zuhörerin oder Zuhörer, sondern Jury zugleich. Das ist das Prinzip, das die „Live Lounge“ in Neuwied seit Jahren trägt: Nähe zwischen Bühne und Saal, ohne Umweg über eine Fachjury.
Durch den Abend führt Sarah Kunz. Sie organisiert und moderiert die Poetry Slams der „Live Lounge“ bereits seit 15 Jahren — ein Format, das sich in Neuwied längst einen festen Platz im Kulturkalender erarbeitet hat. Der Novembertermin ist zugleich Teil der Demokratiewochen 2026, einer Veranstaltungsreihe, die mit unterschiedlichen Formaten gesellschaftliche Themen in die Stadt trägt.
Wer mehr über die Reihe wissen möchte, findet laut Stadt Neuwied weitere Informationen auf Instagram und Facebook unter dem Namen @liveloungeneuwied.
Der Einlass im Big House beginnt um 19.30 Uhr, der Poetry Slam startet um 20 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro und wird an der Abendkasse bezahlt. Wer an diesem Freitagabend ohnehin durch die Neuwieder Innenstadt zieht, kann also kurzerhand abbiegen und sich selbst ein Bild davon machen, welche zwei Stimmen am Ende das Finale erreichen.
Ob Lachen oder Nachdenklichkeit überwiegt, entscheidet sich erst im Saal — und genau das macht den Reiz dieses Formats aus. Sechs Menschen, eigene Texte, ein Mikrofon. Der Rest liegt beim Publikum.






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