
24 Rokoko-Büsten von Joseph Ignatius Feill kehren nach 55 Jahren restauriert an den Schlosshof Engers zurück, wie Villa Musica mitteilt.
Wer am Schlosshof in Engers vorbeikommt, sieht gerade wieder etwas, das lange gefehlt hat. 24 Büsten des Bildhauers Joseph Ignatius Feill aus dem Jahr 1760 sind zurück auf den Pfeilern des Hofgitters. 55 Jahre lang waren sie verschwunden. Jetzt stehen sie wieder dort, wo sie im 18. Jahrhundert einmal hingehörten.
Vorgestellt hat das Projekt Sven Teuber, Minister für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz, gemeinsam mit Oberbürgermeister Jan Einig. Laut Villa Musica, der Landesstiftung, die Schloss Engers als Eigentümerin betreut, zählt der Schlosshof zu den bedeutendsten Zeugnissen des Rokoko in Rheinland-Pfalz.
Minister Teuber betonte laut Villa Musica, dass es manchmal einen langen Atem brauche, damit Geschichte wieder sichtbar wird. Nach seinen Worten geben die zurückgekehrten Büsten dem Schlosshof einen wesentlichen Teil seiner historischen Gestalt zurück. Möglich wurde das durch die Zusammenarbeit von Bund, Land, der Villa Musica und der Denkmalpflege.
Für die Restaurierung konnte die Firma Steinrestaurierung Bauer-Bornemann aus Bamberg gewonnen werden. Nach Angaben von Villa Musica gilt Ulrich Bauer-Bornemann als Koryphäe auf seinem Gebiet, mit langjähriger Erfahrung im Umgang mit Skulpturen aus Barock und Rokoko. Die Bauleitung der Maßnahmen in Schloss Engers lag bei Architekt Albert Diehl.
Die 24 Büsten sind nicht der gesamte Zyklus. Laut Villa Musica gehören zum Ensemble außerdem mehrere große Vasen für die Eingangsseite des Hofes sowie Skulpturen von Tänzern und Musikanten, die auf den Dächern der beiden Kavaliershäuser stehen sollen. Diese Figuren werden zu einem späteren Zeitpunkt aufgestellt.
Finanziert wurde das gesamte Projekt von Bund und Land aus dem Programm „Investitionen in national bedeutsame Kultureinrichtungen in Deutschland“. Umgesetzt hat es die Landesstiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz.
Schloss Engers liegt direkt am Rhein, nur einen Katzensprung von Koblenz entfernt. Wer öfter am Deutschen Eck steht oder die Region zwischen Rhein und Mosel sein Zuhause nennt, kennt solche Orte meist schon vom Vorbeifahren. Jetzt gibt es einen Grund mehr, dort anzuhalten: ein Schlosshof, der laut Minister Teuber künftig wieder als das Rokoko-Gesamtkunstwerk erlebbar sein soll, als das er einst geschaffen wurde.






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