
Roßbach sucht Gastgeber für den dörflichen Adventskalender 2026: 23 Fenster, Glühwein und Spenden für Vereine stärken die Dorfgemeinschaft an der Wied.
Es gibt Adventskalender zum Essen, zum Schauen, zum Abzählen der Tage bis Heiligabend. Und es gibt den Roßbacher Adventskalender, der ganz anders funktioniert: Er hängt an Haustüren, Scheunentoren und Schaufenstern im ganzen Ort. Vom 1. bis zum 23. Dezember 2026 soll er wieder stattfinden, organisiert von der Aktiven Gemeinde Roßbach e.V. Jeden Abend ein anderes Fenster, ein anderer Treffpunkt, ein anderes Gesicht hinter der Tür.
Wie der NR-Kurier berichtet, präsentieren wechselnde Gastgeber ihre weihnachtlich dekorierten Fenster, dazu gibt es Glühwein, Punsch und Gebäck. Wer mag, hört ein Gedicht oder eine kurze Weihnachtsgeschichte. Kein großes Programm, kein Budenzauber — einfach ein Treffpunkt für ein paar Minuten oder eine ganze Stunde, je nachdem, wie kalt es draußen ist und wie warm das Gespräch wird.
Damit der Kalender 2026 wieder 23 Türen öffnen kann, sucht die Aktive Gemeinde Roßbach aktuell Gastgeber. Mitmachen können laut NR-Kurier Bürgerinnen und Bürger, Gewerbetreibende und Vereine aus dem Ort. Wer einen Abend übernehmen möchte, meldet sich per E-Mail unter AGR-info@t-online.de oder telefonisch unter 0176-41002379.
Das Prinzip ist denkbar einfach: Jeder, der ein Fenster, einen Hof oder einen Vorplatz hat, kann zum Gastgeber werden. Man muss kein Festredner sein und keine Lichterketten-Profi-Installation bauen. Ein dekoriertes Fenster, eine Kanne Punsch, ein bisschen Zeit — mehr braucht es nicht, damit Nachbarn zusammenkommen, die sich sonst vielleicht nur im Vorbeigehen grüßen.
An jedem Abend wird eine Spendendose weitergereicht. Der Erlös bleibt in Roßbach: Er kommt laut NR-Kurier Roßbacher Vereinen oder einem Projekt der Ortsgemeinde zugute. Kein großer Spendenaufruf, keine Gala — einfach eine Dose, die von Fenster zu Fenster wandert und am Ende etwas Konkretes bewirkt.
Das passt zu dem, was die Aktive Gemeinde Roßbach grundsätzlich vorhat. Der Verein wurde erst vor Kurzem gegründet und hat sich, wie die Rhein-Zeitung berichtet, der Förderung des bürgerlichen Engagements, der Stärkung des Gemeinwohls und einer kontinuierlichen Dorfentwicklung verschrieben. Elke Dunger-Fröhlich ist Erste Vorsitzende, Detlef Schwingel Zweiter Vorsitzender. Beide wollen laut Rhein-Zeitung das Dorfleben im 1500-Seelen-Ort an der Wied attraktiver machen — unter anderem mit Blick auf Jugendangebote, wobei auch eine alte BMX-Strecke im Ort Thema ist.
Man könnte sagen: Ein Adventskalender ist ein Adventskalender. Aber wer schon mal an einem Dezemberabend vor einem fremden Haus gestanden hat, eine Tasse Punsch in der Hand, und dabei mit Leuten ins Gespräch gekommen ist, die man sonst nie getroffen hätte, weiß, dass daraus mehr wird. Genau das ist der Gedanke hinter der Aktion: das gegenseitige Kennenlernen und die Dorfgemeinschaft fördern, wie es beim NR-Kurier heißt.
In Zeiten, in denen viele über schwindenden Zusammenhalt in kleineren Orten sprechen, ist das keine Kleinigkeit. 23 Abende, 23 offene Türen, 23 Gelegenheiten, kurz stehen zu bleiben, statt am Haus vorbeizufahren. Wer in Roßbach wohnt und noch unentschlossen ist, ob er mitmacht: Die Telefonnummer und die E-Mail-Adresse liegen bereit. Vielleicht ist der eigene Hof schon der nächste Treffpunkt im Advent.






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