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Reparieren statt wegwerfen: Wie Neuwied im Quartier nachhaltig zusammenhält

Repair Café, Seniorentreffs und Begegnungsfeste: Wie das Quartiermanagement südöstliche Innenstadt Neuwied Nachhaltigkeit und Nachbarschaft im Alltag verbindet.

Redaktion
·
27. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 6 Tagen

Nachhaltigkeit beginnt oft im Kleinen

Der Föhn streikt, der Kaffeevollautomat spielt verrückt, die Lieblingshose hat ein Loch. Wegwerfen? Nicht in der südöstlichen Innenstadt von Neuwied. Dort gibt es seit Jahren ein Repair Café, das genau bei solchen Alltagsproblemen ansetzt — und das sagt eine ganze Menge darüber aus, wie Nachbarschaft hier gelebt wird.

Wer durch den Rheintalweg 14 kommt, landet im Stadtteiltreff, der Heimat des Quartiermanagements südöstliche Innenstadt Neuwied. Von hier aus wird organisiert, vernetzt und zugehört — seit 2007 beteiligt sich die Stadt Neuwied am Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“, wie die Stadt Neuwied auf ihrer Projektseite erläutert. Rund um die Raiffeisenbrücke ist seitdem einiges passiert, und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern im ganz konkreten Alltag der Menschen, die dort leben.

Das Repair Café: Reparieren statt wegwerfen

Ehrenamtliche Reparateurinnen und Reparateure nehmen sich dort mit Erfahrung, Geduld und Bastlergeist angemeldeter Reparaturfälle an, wie das Quartiermanagement südöstliche Innenstadt Neuwied mitteilt. Pro Person und Termin kann ein Gerät angemeldet werden — Anmeldung telefonisch oder per Mail, am besten mit einer genauen Beschreibung des Defekts. Bei Elektrogeräten hilft die Angabe vom Typenschild, damit sich die Ehrenamtlichen vorbereiten können.

Wer es lieber in der eigenen Nachbarschaft mag: Auch in Neuwied-Heimbach-Weiß gibt es ein Repair Café, organisiert vom Verein ReThink, das jeden zweiten Mittwoch im Monat öffnet. Zwei Angebote, ein Gedanke: Ressourcen schonen, Müll vermeiden, Dinge länger nutzen. Nachhaltig handeln beginnt eben oft mit einer kleinen Reparatur und nicht mit der großen Geste.

Mehr als nur Technik: Begegnung als Programm

Das Quartiermanagement denkt Nachhaltigkeit nicht nur ökologisch, sondern sozial mit. Parallel zum Repair Café gibt es etwa eine Handy-Sprechstunde für Seniorinnen und Senioren, die bei Fragen rund um Smartphone und Tablet hilft. Und wer donnerstags Zeit hat, findet im Stadtteiltreff den Donnerstagstreff: gemeinsames Kaffeetrinken, Klönen, Spielen — ein fester Programmpunkt mit rund acht bis zehn regelmäßigen Mitgliedern. Montags gibt es einen weiteren, etwas mobileren Seniorentreff, der auch mal in den Biergarten oder zu Neuwieder Ausflugszielen führt.

Auch größere Formate gehören zum Programm. Das Familien- und Begegnungsfest „Ein Stadtteil in Bewegung“ brachte nach Angaben der Stadt Neuwied mehrere Hundert Menschen in die Goethe-Anlagen — Familien und Seniorinnen und Senioren inklusive, mit mitgebrachtem Picknick, einem Buffet der IGMG Fatih Moschee Neuwied und einer Spiel-Challenge für Grundschulkinder, an der sich unter anderem die städtischen Kitas Rheintalwiese und Kinderschiff sowie der DRK-Ortsverband Neuwied beteiligten.

Bewegung, Sicherheit und ein offenes Ohr

Wie die Stadt Neuwied weiter berichtet, nutzt mittlerweile auch ein Frauen-Bewegungskurs die neue Sportbox in den Goethe-Anlagen — ein Beispiel dafür, wie öffentliche Infrastruktur im Quartier tatsächlich in Bewegung gebracht wird, im wörtlichen Sinn. Daneben gibt es eine monatliche Sicherheitsberatung für Seniorinnen und Senioren durch den Senioren-Sicherheitsbeauftragten der Stadt Neuwied, der eine spezielle Fortbildung bei der Kriminalpolizei absolviert hat. Themen wie Enkeltrick oder angebliche Erbschaften sollen dabei Ängste abbauen und helfen, Risiken im Alltag frühzeitig zu erkennen.

Und für alle, die einen geliebten Menschen verloren haben, gibt es seit diesem Jahr das Café Miteinander — kein professionelles Trauerangebot, keine Selbsthilfegruppe, sondern schlicht ein Ort für Gespräche, Begegnungen und gemeinsame Zeit, sonntags nachmittags im Stadtteiltreff.

Ein Quartier, das zuhört

Was all diese Angebote verbindet, ist eine einfache Haltung: Das Quartiermanagement sieht sich laut eigener Aussage als Ansprechpartner für persönliche Anliegen, Ideen und ehrenamtliches Engagement im Stadtteil. Sprechzeiten im Stadtteilbüro Rheintalweg 14 sind dienstags von 16 bis 17 Uhr und donnerstags von 11 bis 12 Uhr, Termine außerhalb dieser Zeiten sind möglich.

Das klingt unspektakulär — und genau darin liegt die Stärke. Reparierte Geräte, aufgeräumte Grünflächen nach der CleanUp-Woche, ein Kaffeeklatsch am Donnerstag: Nachhaltigkeit und Nachbarschaft sind in der südöstlichen Innenstadt kein großes Wort, sondern ein wöchentlicher Termin. Wer mal reinschauen will, muss nicht lange suchen — der Rheintalweg 14 liegt für viele quasi um die Ecke.

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