
In der Monrealer Kirche Kreuzerhöhung feierte eine neue Theatergruppe aus Kindern und Jugendlichen ihre erste Aufführung mit Singspiel und Sketchen.
Manchmal braucht es nur einen Ort, der eigentlich für etwas ganz anderes gedacht ist, um etwas Neues entstehen zu lassen. In Monreal ist genau das passiert: Statt der sonntäglichen Messe gab es in der Kirche Kreuzerhöhung Singspiel und Sketche. Wie die Rhein-Zeitung berichtet, nahm eine neugegründete Theatergruppe den Kirchenraum für ihre erste Aufführung in Beschlag.
Das klingt erstmal nach einem Bruch mit der Gewohnheit – und genau das war es wohl auch. Wer sonntags in diese Kirche kommt, erwartet Orgel und Predigt, nicht Pointen und Rollenspiel. Nach Angaben der Rhein-Zeitung mag das für den ein oder anderen Besucher tatsächlich ungewohnt gewesen sein. Trotzdem überzeugte die Atmosphäre offenbar alle Anwesenden, darunter auch den Verbandsgemeinde-Chef der Vordereifel, Timo Kanzinger.
Die eigentlichen Hauptpersonen dieses Abends waren aber die Darstellerinnen und Darsteller selbst: sieben Kinder und fünf Jugendliche bilden die neue Theatergruppe, die mit dieser Premiere ihren Einstand gegeben hat. Für eine frisch gegründete Gruppe ist das kein kleiner Schritt – aus dem Nichts eine eigene Produktion auf die Beine zu stellen und sie dann noch an einem Ort zu zeigen, der so gar nicht nach klassischer Theaterbühne aussieht.
Die Kirche Kreuzerhöhung in Monreal hat damit für einen Moment ihre gewohnte Funktion abgelegt und wurde zum Spielort. Wer schon einmal in einem Kirchenraum gesessen hat, kennt das besondere Raumgefühl – hohe Decken, viel Hall, eine gewisse Feierlichkeit, die automatisch mitschwingt. Dass ausgerechnet in diesem Rahmen Sketche und ein Singspiel stattfanden, macht die Premiere zu mehr als nur einer gewöhnlichen Theateraufführung.
Dass ein Vertreter der Verbandsgemeinde-Verwaltung vor Ort war, zeigt: Dieses Projekt wird nicht nur als kleine private Initiative wahrgenommen, sondern als Teil des örtlichen Gemeindelebens. Monreal ist ein Ort, an dem solche Initiativen nicht im Verborgenen bleiben – dafür ist die Vordereifel-Region schlicht zu überschaubar, und das ist hier eher ein Vorteil als ein Nachteil. Wenn zwölf junge Menschen sich zusammenfinden, um gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, bekommt das schnell die Aufmerksamkeit, die es verdient.
Was aus der Theatergruppe weiter wird, ob es weitere Aufführungen gibt oder ob sich das Ensemble vergrößert, lässt sich aus den vorliegenden Informationen nicht sagen. Fest steht nach dem Bericht der Rhein-Zeitung nur: Die Premiere ist über die Bühne gegangen, und sie hat offenbar bei allen Beteiligten einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Für eine Region, in der junges kulturelles Engagement nicht selbstverständlich ist, ist das schon mal ein guter Anfang.
Wer durch die Vordereifel fährt, denkt bei Monreal vielleicht zuerst an die Burgruine oder die enge Altstadt. Jetzt kommt noch eine Geschichte dazu: die von einer Kirche, die für einen Abend zur Theaterbühne wurde – und von zwölf jungen Leuten, die den Mut hatten, genau das auszuprobieren.






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