
Neuwied und Umgebung im November: Friedhofsführung, Deichstadtweg, Taschenlampentouren im Schloss und im Römerbergwerk Meurin – Termine, Preise und Anmeldung…
Du kennst das vielleicht: Man läuft hundertmal an einem Ort vorbei und sieht die Geschichten dahinter nicht. Neuwied hat davon einige — manche liegen auf jahrhundertealten Grabsteinen, andere stecken in alten Hochwassermauern. Im November holt die Tourist-Information gleich drei davon ans Licht, und ein zusätzliches Angebot aus der Region macht den Monat für Familien komplett.
Wer früh aufsteht — oder zumindest sonntags pünktlich am Friedhofseingang steht — hat am 8. November um 11 Uhr die Gelegenheit, den Alten Friedhof in der Julius-Remy-Straße neu kennenzulernen. Die 1783 eröffnete, konfessionsübergreifende Begräbnisstätte beherbergt historisch bedeutende Grabmäler bekannter Neuwieder Familien. Bei der rund anderthalbstündigen Führung geht es um die Menschen hinter den Namen und die Symbolik ihrer Grabsteine, dazu stehen das historische Friedhofsgärtnerhäuschen und die Aussegnungshalle auf dem Programm. Erwachsene zahlen 6 Euro, Kinder von 6 bis 14 Jahren 4 Euro.
Zwei Stunden später wechselt die Perspektive komplett. Um 13 Uhr startet am Bahnhof Engers die zweite Etappe des Deichstadtwegs — eine rund dreistündige Wanderung Richtung Neuwied, die erzählt, wie das Hochwasser einst den Alltag in Engers und im Engerser Feld geprägt hat. Die Route führt über das Hafengelände bis zum Pegelturm, unterwegs liegt auch der ehemalige Hafen der Flusspioniere auf dem Weg. Die Teilnahme kostet 10 Euro für Erwachsene, 5 Euro für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren.
Das kennt ihr, oder? Dieses Gefühl, am Rhein zu stehen und zu merken, wie viel der Fluss mit dieser Stadt gemacht hat — und wie viel die Stadt mit dem Fluss. Genau darum geht es auf dieser Etappe.
Eine Woche später wird’s dann geheimnisvoll. Am 15. November startet um 17 Uhr vor dem Neuwieder Schloss die Taschenlampenführung für Kinder. Mit der eigenen Taschenlampe im Gepäck ziehen die jungen Teilnehmenden durch die Deichstadt und erfahren spielerisch, wie Neuwied entstanden ist und welche Geschichten sich hinter bekannten Orten verbergen — auch Ereignisse aus der jüngeren Stadtgeschichte kommen bei dem anderthalbstündigen Rundgang zur Sprache. Fragen sind ausdrücklich erwünscht. Kinder von 6 bis 14 Jahren zahlen 6 Euro und bekommen ein kleines Geschenk, Erwachsene kommen für 4 Euro mit.
Bei allen drei Führungen gilt: Die Teilnehmerzahl ist auf jeweils 25 Personen begrenzt, angemeldet werden muss spätestens zwei Tage vor dem jeweiligen Termin — telefonisch unter 02631 802 5555 oder per E-Mail an tourist-information@neuwied.de. Weitere Infos gibt es unter www.neuwied.de/fuehrungen.
Wer nach dem Taschenlampen-Termin in der Innenstadt noch nicht genug hat, muss nicht lange suchen. Nach Angaben von lebendiges-neuwied.de lädt das Römerbergwerk Meurin bei Kretz am selben Tag, dem 15. November, ebenfalls zu einer Taschenlampenführung ein — diesmal unter Tage, im alten Tuffsteinbruch der Römer. Die Führung ist speziell für Kinder und Familien gestaltet, am 15.11. dürfen die Kleinen sogar ihre Martinslaterne statt der Taschenlampe mitbringen. Es geht durch geheimnisvolle Gänge und Tuffsteinsäulen sowie vorbei an römischen Werkstätten in der Antiken Technikwelt. Ein zweiter Termin für die Taschenlampenführung ist der 4. Dezember, jeweils von 17 bis 18.30 Uhr.
Wer es lieber noch etwas atmosphärischer mag, kann sich die Fackelführungen am 28. November und 29. Dezember vormerken. Dabei taucht man, beleuchtet nur von Kerzen, Fackeln und Öllampen, in den historischen Originalschauplatz und die angrenzende Antike Technikwelt ein. Zum Abschluss gibt’s laut Veranstalter Glühwein oder Kinderpunsch und weihnachtliche Plätzchen — ein Heißgetränk ist im Eintrittspreis bereits enthalten. Eine Voranmeldung ist auch hier Pflicht, Tickets gibt es online oder per E-Mail an info@vulkanpark.com, weitere Informationen unter www.roemerbergwerk.de.
Ob zwischen alten Grabsteinen, auf dem Deich am Rhein, mit der Taschenlampe durch die Innenstadt oder tief unten im Tuffstein — der November in und um Neuwied zeigt, dass Geschichte nicht im Museum bleiben muss. Sie liegt an der nächsten Straßenecke, im Hafenbecken, unter der Erde. Man muss nur hingehen. Zuhause klingt manchmal nach 98.0 — und manchmal eben auch nach knarzenden Friedhofstoren oder raschelnden Schritten im alten Bergwerk.






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