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Neuwied baut sein Radnetz aus: Was sich gerade alles bewegt

Neuwied baut sein Radnetz weiter aus: neue Fahrradstraße, Asphaltweg am Deichufer und drei neue Projekte 2026. Jetzt beim ADFC-Fahrradklima-Test mitreden.

Redaktion
·
21. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 2 Wochen

Wer radelt, merkt die Unterschiede sofort

Wer in Neuwied regelmäßig auf dem Sattel sitzt, hat es vielleicht schon bemerkt: In der Innenstadt und am Rhein tut sich einiges. Die Stadt hat ihr Radnetz an mehreren Stellen spürbar weiterentwickelt, und parallel dazu läuft gerade der Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. Bis zum 30. November könnt ihr dort eure Erfahrungen loswerden — wo es gut läuft und wo noch Nachholbedarf besteht. Wir hatten das Thema schon in einem früheren Beitrag aufgegriffen, seitdem hat sich aber genug getan, um noch mal genauer hinzuschauen.

Fahrradstraße und neuer Radweg mittendrin

Seit Juni führt die Engerser Straße zwischen Wilhelm- und Pfarrstraße als ausgewiesene Fahrradstraße durch die Innenstadt. Die Stadt Neuwied bezeichnet sie als wichtigen Baustein für eine durchgängige Radverbindung durchs Zentrum. Auch die erneuerte Schloßstraße hat sich verändert: Sie verfügt jetzt über einen Zweirichtungsradweg, der die Bedingungen für Radfahrende deutlich verbessert.

Dazu kommt: Die Stadt hat ausgewählte Abschnitte der Fußgängerzone für Fahrräder freigegeben. Das betrifft die Engerser Straße, die Langendorfer Straße zwischen Luisen- und Schloßstraße sowie die Friedrichstraße. Wer also bislang einen Bogen um die Fußgängerzone gemacht hat, kann dort inzwischen auf festgelegten Strecken durchfahren.

Am Deichufer verschwindet das Kopfsteinpflaster

Der vielleicht sichtbarste Umbau passiert gerade am Rhein. Bei der Neugestaltung des Deichufers entsteht südlich der Rheinbrücke ein asphaltierter gemeinsamer Geh- und Radweg. Das klingt erst mal technisch, macht aber im Alltag einen großen Unterschied: Die offizielle Route führt künftig direkt am Wasser entlang, statt am Durchlass Kappelstraße hinter den Deich auf die Rheinstraße auszuweichen. Und das alte Natursteinpflaster, das viele Radreifen und Rücken in der Vergangenheit ordentlich durchgeschüttelt hat, weicht auf diesem Abschnitt einer glatten Asphaltdecke. Das Projekt steht laut Stadt Neuwied kurz vor dem Abschluss.

Drei neue Projekte stehen im Haushalt 2026

Es bleibt nicht bei dem, was schon fertig ist. Im Haushalt 2026 hat die Stadt Mittel für drei weitere Vorhaben eingeplant:

  • In Irlich soll die Verbindung im Bereich Brunnenstraße und Kurtrierer Straße besser werden.
  • In Block will die Stadt eine Lücke schließen: Der Radweg entlang des Mittelwegs endet bislang am Kreisverkehr und soll dort weitergeführt werden.
  • In Niederbieber plant die Stadt, die ehemalige Eisenbahntrasse durchs Gewerbegebiet — die sogenannte Boesner Trasse — als neue Radverbindung zu nutzen.

Über diese drei Projekte hinaus prüft die Stadt derzeit zusätzlich eine mögliche Pendlerroute im Bereich Engers. Noch ist das in der Prüfphase, aber es zeigt, dass Radverkehr in Neuwied gerade kein Randthema ist, sondern mitgedacht wird.

Der Fahrradklima-Test: Eure Einschätzung zählt

Parallel zu den baulichen Veränderungen läuft noch bis zum 30. November der Fahrradklima-Test 2026 des ADFC. Dabei geht es um ganz konkrete Alltagsfragen: Wie ist der Zustand der Wege? Wie sicher fühlt man sich im Straßenverkehr auf zwei Rädern? Die Online-Befragung dauert rund zehn Minuten, teilnehmen können Menschen ab zehn Jahren. Neu in diesem Jahr: Es gibt erstmals eine eigene Umfrage speziell für junge Menschen zwischen zehn und 20 Jahren — eine Zielgruppe, deren Perspektive auf Radwege oft anders aussieht als die von Erwachsenen.

Bei früheren Fahrradklima-Tests zeigte sich in Neuwied noch Verbesserungsbedarf. Die aktuellen Umbauten an Engerser Straße, Schloßstraße und Deichufer sind also auch eine Antwort auf das, was Radfahrende in der Vergangenheit zurückgemeldet haben. Ob sich das in den neuen Ergebnissen niederschlägt, zeigt sich erst, wenn die Auswertung vorliegt.

Wie und wo ihr mitmachen könnt

Wer seine Meinung einbringen möchte, findet beide Befragungen — die allgemeine und die für junge Menschen — unter fkt.adfc.de/befragung. Die Frist läuft bis zum 30. November, danach ist Schluss mit der Stimmabgabe für dieses Jahr.

Ob ihr nun täglich mit dem Rad zur Arbeit fahrt, am Wochenende eine Runde am Rhein dreht oder nur gelegentlich in die Pedale tretet: Eure Erfahrung ist genau die Information, die am Ende in die Planung der nächsten Radwege einfließt. Vielleicht ist die neue Asphaltdecke am Deichufer schon ein guter Anlass, die Strecke mal wieder abzufahren und selbst zu merken, was sich verändert hat.

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