
Koblenz plant für 2027 trotz Millionen-Defizit Investitionen in Brücken, Straßen und Schulen. Die Stadt Koblenz erklärt die Hintergründe des Haushaltsentwurfs.
Wer in Koblenz unterwegs ist, kommt an der Pfaffendorfer Brücke gerade nicht vorbei — und genau die spielt auch im Haushaltsplan 2027 eine Hauptrolle. Oberbürgermeister David Langner hat den Entwurf jetzt in den Stadtrat eingebracht, wie die Stadt Koblenz in einer Pressemeldung mitteilt. Und der Entwurf zeigt: Die Stadt steht finanziell unter Druck, will aber trotzdem weiter in ihre Zukunft investieren.
Laut Stadt Koblenz spürt nicht nur Koblenz die angespannte Lage, sondern Kommunen deutschlandweit. Die Kosten für soziale Leistungen, Personal und gesetzliche Aufgaben steigen, dazu kommen höhere Bau- und Unterhaltungskosten sowie wachsende Zinsbelastungen. Die Einnahmen halten mit dieser Entwicklung vielerorts nicht Schritt — mit der Folge, dass viele Städte und Gemeinden ins Minus rutschen.
Auch in Koblenz entfällt ein großer Teil der Ausgaben auf soziale Leistungen, die von Bund und Ländern vorgegeben sind. Der Oberbürgermeister betonte laut Stadt Koblenz, diese Leistungen seien wichtig — gerade jetzt müssten sich die Menschen auf Staat und Kommunen verlassen können. Deshalb brauche es von Bund und Land eine finanzielle Ausstattung, die es den Kommunen zuverlässig ermöglicht, diese Aufgaben zu stemmen.
Ein zentraler Posten im Haushalt ist der Neubau der Pfaffendorfer Brücke. Nach Abzug der Förderung durch das Land muss die Stadt dafür rund 85,9 Millionen Euro Eigenanteil tragen. Allein im kommenden Jahr kommen laut Stadt Koblenz rund 5,1 Millionen Euro an Zinsen und Tilgung für die Kredite zur Finanzierung dieser Baumaßnahme hinzu. Insgesamt sind im Haushaltsentwurf 2027 für Zinsen und Tilgung von Investitionskrediten rund 44,7 Millionen Euro veranschlagt.
Unterm Strich weist der Koblenzer Haushalt für 2027 ein voraussichtliches Defizit von rund 49,4 Millionen Euro im Ergebnishaushalt und rund 47,5 Millionen Euro im Finanzhaushalt auf.
Trotz dieser Zahlen will die Stadt nicht nur verwalten, sondern gestalten. „Wir stehen vor schwierigen Haushaltsjahren. Wir müssen genau überlegen, wofür wir unser Geld einsetzen, und klare Prioritäten setzen. Gleichzeitig wollen wir unsere Stadt weiter voranbringen und die Möglichkeiten nutzen, die wir haben“, sagte David Langner laut Stadt Koblenz vor dem Stadtrat. Koblenz solle handlungsfähig bleiben und sich weiterentwickeln — mit Verbesserungen an Schulen, in Straßen und Stadtteilen und mit guten Perspektiven für die Menschen vor Ort.
Dafür müsse man Vorhaben gut planen, Fördermöglichkeiten nutzen und Maßnahmen zügig umsetzen, so der Oberbürgermeister weiter. Ihm sei wichtig, dass sich die Menschen in Koblenz wohlfühlen und auch künftig gute Perspektiven für sich und ihre Familien sehen. Das brauche klare Prioritäten vor Ort, aber eben auch verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen von Bund und Land.
Der Oberbürgermeister rief die Ratsfraktionen dazu auf, im Dialog zu bleiben, auch wenn man nicht immer einer Meinung sein werde. Das gehöre zur Demokratie dazu. Entscheidend sei, unterschiedliche Ideen und Kritik ernst zu nehmen und gemeinsam Lösungen zu finden, auch wenn nicht jede Herausforderung sofort gelöst werden könne.
Der vorgelegte Entwurf geht nun in die Beratung der Ratsfraktionen. Abschließend soll der Stadtrat am 18. Dezember über den Haushalt 2027 entscheiden.






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Antenne Koblenz
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.