
Hochdruckwetter in Rheinland-Pfalz: Nachts drohen Nebel und leichter Frost. Ein Rückblick zeigt zudem, wie heftig Glatteis und Schnee zuletzt im Land…
Wer in den nächsten Tagen früh raus muss, braucht wieder eine dickere Jacke. Der Deutsche Wetterdienst meldet für Rheinland-Pfalz und das Saarland Hochdruckwetter mit zunehmender Frostgefahr in der Nacht. Ein Hoch über Mitteleuropa bestimmt aktuell das Geschehen, die Luftmasse kühlt dabei immer weiter aus und ist am Boden vor allem nachts sehr feucht. Das klingt erstmal unspektakulär — heißt für uns an Rhein und Mosel aber vor allem eines: klare Nächte, kalte Nächte.
Laut dem Warnlagebericht der Regionalen Wetterberatung West passiert in der Nacht zum Montag ausgangs der Nacht eine schwache Kaltfront das Gebiet, danach übernimmt der Hochdruckeinfluss wieder die Regie. Wer morgens als Erster die Haustür aufmacht, hat also gute Chancen auf einen dieser stillen, klaren Momente, bevor der Tag richtig losgeht.
Besonders spannend für alle, die entlang der Flüsse unterwegs sind: In der Nacht zum Montag bildet sich laut Wetterdienst vereinzelt Nebel, bevorzugt in Tallagen und in der Nähe von Gewässern. Teilweise sind dabei Sichtweiten unter 150 Metern möglich. Wer also am frühen Morgen an Rhein oder Mosel entlangfährt, sollte das Tempo etwas rausnehmen — nicht nur wegen der Aussicht, sondern auch wegen der Sicht.
Und dann ist da noch der Frost. In der Nacht zum Montag und auch zum Dienstag ist örtlich leichter Frost um minus ein Grad wahrscheinlich. Keine dramatischen Minusgrade, aber genug, um morgens die Scheiben freikratzen zu müssen. Das kennt ihr, oder? Dieses kurze Innehalten am Auto, bevor der Tag richtig beginnt.
Dass Winterwetter in Rheinland-Pfalz auch ganz anders aussehen kann, hat sich erst vor Kurzem gezeigt. Wie der SWR berichtete, führte eine Welle aus Schnee und Glatteis zu einer ganzen Reihe von Unfällen im Land. Auf der A1 bei Mehring musste ein Lkw nach einem Glätte-Unfall abgeschleppt werden, sein Anhänger hatte sich gedreht, das Fahrzeug landete im Graben. Ganz in der Nähe rutschte zudem ein Kleintransporter in eine Leitplanke.
Auch auf der B50 am Kreuz Wittlich krachte es: Ein Lkw prallte in die Mittelleitplanke, verletzt wurde dabei nach bisherigen Erkenntnissen niemand. In Prüm und in Baumholder blieben mehrere Fahrzeuge auf der glatten Fahrbahn stecken, kleinere Unfälle mit Blechschaden gab es zudem in Pellingen, in den Eifelorten Daun und Bitburg sowie in Welschneudorf im Westerwaldkreis.
Schwerer traf es zwei Autofahrer im Westerwald: Nahe Goddert kam ein Auto laut Polizei wegen nicht angepasster Geschwindigkeit von der Fahrbahn ab und überschlug sich, es blieb auf dem Dach liegen. Die beiden Insassen wurden leicht verletzt und mussten ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Auch bei Otterberg in der Westpfalz gab es einen Unfall mit Verletzten: Ein Auto rutschte nach Polizeiangaben in den Gegenverkehr und stieß mit einem entgegenkommenden Wagen zusammen, zwei Personen wurden dabei leicht verletzt.
Damals sorgte das Hoch für eine ganz andere Temperaturachterbahn als jetzt. Nach einem milden und nassen Freitag war das eisige Winterwetter laut SWR seit dem folgenden Samstag in ganz Rheinland-Pfalz zurück, in der Nacht zum Sonntag wurde es im Westerwald bis zu minus 15 Grad kalt. Der Sonntag selbst brachte dann Sonne und klirrende Kälte bei meist trockenem Wetter.
Das freute vor allem Wintersportfans: Im Wintersportgebiet Wolfsschlucht bei Prüm ging laut SWR der Skilift bereits am Samstagmorgen in Betrieb, auch für den Sonntag kündigte der Ski-Klub Prüm auf seiner Webseite Skibetrieb an. Das Wintersportzentrum Erbeskopf nahm den Skibetrieb am Sonntag wieder auf, ebenso der Schwarze Mann in der Eifel nach einer wetterbedingten Pause. Am Mäuseberg bei Daun blieben Skipiste und Skihütte hingegen geschlossen.
Aktuell ist die Lage deutlich ruhiger: Hochdruckwetter dominiert, mit Nebel in den Niederungen und leichtem Frost in der Nacht. Keine Schlagzeilen wie bei Glatteis und Lkw im Graben, eher das leise, nüchterne Winterhalbjahr, wie es der Rhein-Mosel-Region eben auch steht. Wer morgens zur Arbeit fährt, sollte trotzdem kurz an Scheibenkratzer und etwas mehr Zeit für die Fahrt am Fluss entlang denken — gerade dort, wo sich der Nebel gern breitmacht.
Wer früh aufsteht, hat den Rhein für sich. Gerade jetzt, wenn die Luft klar ist und der erste Frost auf den Wiesen glitzert, lohnt sich der Blick aus dem Fenster, bevor der Kaffee durchgelaufen ist. Zuhause klingt manchmal eben auch nach einer kalten Novembernacht, die morgens in Sonne übergeht.






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