
Am Bahndamm in der Löhrstraße zeigt dasKREATOP bis Anfang November 15 Fotografien zum kulturellen Leben in Koblenz – frei zugänglich im öffentlichen Raum.
Wer in diesen Wochen durch die Löhrstraße läuft, kommt an etwas vorbei, das nicht alltäglich ist: Fotografien, die am Bahndamm hängen und einen ganz eigenen Blick auf Koblenz werfen. Seit dem 19. Oktober zeigt dort die Ausstellung „Unsere Spuren, ihre Blicke, deine Stadt“ insgesamt 15 Fotografien. Initiiert hat das Projekt dasKREATOP, wie der Verein auf news-koblenz.de mitteilt. Zu sehen ist die Schau noch bis Anfang November — kein Museum, kein Eintritt, einfach mitten im Alltag.
Die Bilder stammen von fünf Fotografinnen und Fotografen aus Koblenz: Isa Hoffmann, Marc André Pischl, Toni Neumann, Désirée von Canal und Gabriel Volkovic. Laut news-koblenz.de erzählen ihre Arbeiten von elektronischer Musik und Klassik, von bildender Kunst, Tanz und Pop. Und von den Orten, an denen das alles stattfindet — zwischen Deutschem Eck und Altstadt, an Kirchen und Schaufenstern, in Grünanlagen und Hinterhöfen. Das klingt erstmal nach vielen einzelnen Motiven, ergibt zusammengenommen aber ein Bild davon, wie breit Kultur in dieser Stadt tatsächlich verteilt ist.
Muriel Brandes, Vorsitzende von dasKREATOP, wird auf news-koblenz.de mit dem Ziel zitiert, Kunst und Kultur im öffentlichen Raum zugänglich zu machen: Wer am Bahndamm vorbeikommt, soll einfach stehen bleiben und die Eindrücke auf sich wirken lassen können. Genau das ist ja der Charme solcher Projekte — man muss nichts extra dafür tun, keinen Termin einplanen, keine Karte kaufen. Die Kunst kommt zu einem, nicht umgekehrt.
Interessant ist, worauf die Ausstellung bewusst verzichtet: auf die großen, etablierten Kulturorte und die bekannten Veranstaltungen. Stattdessen geht es laut news-koblenz.de um kleine Formate, neue Nutzungen und unerwartete Begegnungen. Ein Beispiel, das genannt wird: Das Ludwig Museum taucht hier nicht nur als klassischer Ort der bildenden Kunst auf, sondern auch als Schauplatz eines Raves. Brandes wird dazu mit der Einschätzung zitiert, dass solche Perspektiven zeigten, wie kooperative Kultur Räume neu denken und wandelbar machen kann — und wie unterschiedlich Menschen dadurch zusammenkommen.
Das ist eigentlich eine schöne Beobachtung für eine Stadt wie Koblenz: Kultur findet nicht nur dort statt, wo man sie erwartet. Mal ist es die Kirche, mal der Hinterhof, mal ein Museum, das plötzlich zur Tanzfläche wird. Wer durch die Löhrstraße geht, bekommt davon einen kleinen Ausschnitt mit — ganz ohne großes Programm.
Möglich gemacht wurde die Ausstellung laut news-koblenz.de durch die Unterstützung der Koblenz-Touristik und die Förderung der Sparkasse Koblenz. Organisiert hat sie dasKREATOP e.V., ein gemeinnütziger Verein, der in der Löhrstraße 113 einen offenen Begegnungs- und Projektraum für Kultur, Zivilgesellschaft, Verwaltung und Wissenschaft betreibt.
Bis Anfang November hängen die Fotografien noch am Bahndamm. Wer ohnehin in der Gegend unterwegs ist, kann also einen Umweg über die Löhrstraße einplanen — oder einfach mal langsamer gehen, wenn der Weg sowieso dort vorbeiführt.






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