
Neues Hinweisschild am Martinsweg in Engers: Die Stiftung Sankt Martin zeigt Pilgern und Besuchern den Weg.
Wer in Engers an der katholischen Pfarrkirche St. Martin vorbeikommt, sieht seit kurzem etwas Neues: ein Hinweisschild, das direkt auf den „Martinsweg am Mittelrhein“ aufmerksam macht. Angebracht hat es die Stiftung Sankt Martin Engers, wie der Pressedienst Blick aktuell berichtet. Übergeben wurde das Schild symbolisch im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern der Initiative Martinsweg am Mittelrhein und der Stiftung selbst.
Was unspektakulär klingt, ist in Wahrheit ein kleiner Baustein für etwas Größeres: einen Pilgerweg, der Natur, Geschichte und die Idee der Nächstenliebe miteinander verbindet, für die der heilige Martin bis heute steht. Das neue Schild soll Pilgerinnen und Pilger ebenso wie Spaziergänger direkt an der historischen Kirche empfangen, ihnen Orientierung geben und den Verlauf des Weges sichtbar machen. Ein Ort zum Innehalten, zum kurz Verschnaufen — und zum Weiterdenken, wohin der Weg als Nächstes führt.
Dass ausgerechnet die Stiftung Sankt Martin Engers hier aktiv geworden ist, passt ins Bild. Die eigenständige lokale Institution engagiert sich seit Jahren für soziale, gemeinnützige und kirchliche Projekte vor Ort — etwa durch die Förderung der örtlichen Pfadfinder oder der Katholischen Öffentlichen Bücherei St. Martin. Die Bewahrung lokaler Identität und Traditionen liegt der Stiftung dabei besonders am Herzen, wie Blick aktuell schreibt. Die neue Beschilderung fügt sich in diesen Auftrag nahtlos ein: Sie macht spirituelle und historische Pfade in Engers für Einheimische wie für Gäste erlebbar.
Man kann es sich fast vorstellen: Das Schild steht jetzt da, unscheinbar vielleicht auf den ersten Blick, aber mit einer klaren Botschaft. Hier beginnt — oder führt vorbei — ein Weg, der mehr ist als eine Strecke von A nach B. Wer durch Engers geht, läuft an einem Stück gelebter Geschichte vorbei, und das Schild erinnert genau daran.
Der Martinsweg am Mittelrhein ist dabei kein stilles Denkmal, sondern ein Weg, der aktiv bespielt wird. Das zeigt ein Blick in den Veranstaltungskalender des Pastoralen Raums Neuwied: Dort ist für Samstag, den 31. Oktober, eine geführte Wanderung unter dem Titel „Aufstehen für Gerechtigkeit“ angekündigt. Organisiert vom Team des Martinswegs am Mittelrhein, führt die rund 8,5 Kilometer lange Strecke von Feldkirchen nach Leutesdorf.
Start ist laut Ankündigung um 10 Uhr an der Feldkirche in der Feldkircher Straße in Neuwied-Feldkirchen, das Ziel die DJH-Herberge in Leutesdorf, voraussichtlich gegen 14 Uhr. Unterwegs gibt es Impulse — inhaltlich orientiert sich die Wanderung an drei Namensvettern: Martin von Tours, Martin Luther und Martin Luther King. Drei Lebenswege, drei Haltungen zu Gerechtigkeit und Nächstenliebe, die der Pastorale Raum Neuwied hier zusammendenkt. Wer mitlaufen möchte, braucht laut Veranstalter keine Anmeldung, sollte aber an eigene Rucksackverpflegung denken.
Solche Wanderungen zeigen, dass der Martinsweg kein Projekt ist, das irgendwann fertiggestellt und dann sich selbst überlassen wird. Er wächst, Station für Station, Hinweisschild für Hinweisschild — und wird immer wieder neu belebt, durch Menschen, die ihn gehen.
Was in Engers gerade passiert, ist auf den ersten Blick eine kleine Meldung: ein Schild, eine Übergabe, ein paar freundliche Worte. Aber dahinter steckt etwas, das die Region seit Jahren prägt — der Versuch, Glaube, Geschichte und Gemeinschaft sichtbar zu halten, mitten im Alltag. Genau solche Projekte machen aus einem Ort mehr als nur eine Adresse.
Vielleicht ist das nächste Mal, wenn der Weg nach Engers führt, ein guter Moment, kurz an der Kirche St. Martin stehen zu bleiben. Das neue Schild lesen, den Blick schweifen lassen, und sich fragen, wie weit der Weg eigentlich noch geht.






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