
Herbstvergnügen auf der Festung Ehrenbreitstein: Drachenbauen, Soldatenführungen und freie Seilbahnfahrt für kleine Flugdrachen-Besitzer am Saisonabschluss in…
Der Herbst bringt Wind mit sich, und Wind bedeutet an der Festung Ehrenbreitstein eines: Drachen steigen lassen. Wer kennt das nicht — diese kurze Pause im Alltag, wenn man den Kopf in den Nacken legt und einem bunten Stück Stoff hinterherschaut, das sich in die Luft über dem Rhein schraubt? Genau dieses Bild gehört zum Saisonabschluss auf der Festung, dem sogenannten Herbstvergnügen, das laut der Veranstaltungsankündigung von Der Rheinreisende am 25. Oktober stattfand.
Von 10 bis 17 Uhr gab es an diesem Tag ein Programm für Familien, bei dem Drachenbasteln und Kinderschminken genauso zum Angebot gehörten wie Mitmach-Aktionen rund um das Basteln eigener Flugdrachen. Im Anschluss konnten die selbstgebauten Exemplare direkt im Festungspark getestet werden — ein Moment, der zeigt, warum dieses einfache Herbstvergnügen so viele Menschen anzieht: Es braucht nicht viel, nur etwas Wind, eine Schnur und die Lust, kurz den Blick nach oben zu richten.
Wer an diesem Tag mehr als nur Drachen im Sinn hatte, kam ebenfalls auf seine Kosten. Laut der Ankündigung konnten Besucherinnen und Besucher die Festung kostenfrei in Begleitung des königlich-englischen Ingenieuroffiziers John Humby Humfrey erkunden. Auch die „Führung im Waffenrock“ war an diesem Tag ohne Eintritt zugänglich, ebenso die Patrouille der sogenannten „Fuß9er“, die Einblicke in das preußische Soldatenleben des 19. Jahrhunderts gaben. Wer sich eher für Archäologie interessierte, fand im „Haus der Archäologie“ sowie in der neuen Dauerausstellung „Schaffensland“ weitere Führungsangebote.
Diese Mischung aus Geschichte und Familienprogramm macht das Herbstvergnügen zu einem Termin, der verschiedene Interessen bedient — vom kleinen Drachenbauer bis zur geschichtsinteressierten Besucherin.
Ein praktischer Hinweis aus der Ankündigung betrifft die Anreise: Die Festung lässt sich am bequemsten mit der Seilbahn Koblenz erreichen. Besonders angenehm war das an diesem Tag für Familien mit Kindern, denn laut Ankündigung durften Kinder und Jugendliche mit eigenem Flugdrachen kostenfrei mit der Seilbahn mitfahren — ein kleiner Anreiz, den selbstgebastelten Drachen gleich mit nach oben zu nehmen und ihn dort, mit Blick auf Rhein und Mosel, steigen zu lassen.
Das Deutsche Eck liegt nicht weit, die Festung thront über der Stadt, und an einem Oktobersonntag wie diesem wird aus einem gewöhnlichen Spaziergang schnell ein kleines Familienerlebnis. Solche Termine erinnern daran, dass Koblenz seine Geschichte nicht hinter Glas versteckt, sondern mitten im Alltag erlebbar macht — ob beim Drachensteigenlassen im Park oder beim Gang durch die alten Gemäuer. Wer das nächste Mal Wind aufkommen spürt, dem kommt vielleicht genau dieses Bild in den Sinn: ein Drachen, der über der Festung seine Kreise zieht, während unten der Rhein vorbeifließt.






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