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Diesel zieht richtig an: Was hinter den hohen Spritpreisen steckt

Diesel ist in Rheinland-Pfalz binnen eines Jahres um über 50 Prozent teurer geworden. Wir zeigen aktuelle Preise in Koblenz und die Hintergründe der…

Redaktion
·
22. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 2 Wochen

Der Blick auf die Zapfsäule tut gerade weh

Wer in den letzten Wochen in Koblenz getankt hat, kennt das Gefühl: kurzer Blick auf die Anzeige, langes Gesicht. Wir hatten das Thema erst vor Kurzem in einem früheren Beitrag, als Benzin etwas günstiger wurde und Diesel nur leicht anzog. Davon ist jetzt nicht mehr viel übrig. Die Zahlen, die aktuell auf dem Tisch liegen, zeigen: Diesel hat sich nicht nur stabilisiert, er ist regelrecht durch die Decke gegangen.

39,4 Prozent teurer als vor einem Jahr

Das Statistische Landesamt hat für Rheinland-Pfalz nachgerechnet: Im September 2026 kosteten Kraftstoffe im Schnitt 39,4 Prozent mehr als im September des Vorjahres. Das ist keine kleine Schwankung, das ist ein echter Sprung. Besonders hart trifft es Dieselfahrer. Hier liegt das Plus bei satten 51,9 Prozent. Superbenzin legte im Vergleich dazu mit 36,2 Prozent etwas moderater zu – was angesichts der Gesamtlage trotzdem kein Trost ist.

Auch im Monatsvergleich ging es weiter bergauf: Gegenüber August 2026 wurde Diesel um sieben Prozent teurer, Superbenzin um 5,5 Prozent. Als einen Grund für diese Entwicklung nennt das Statistische Landesamt die Auswirkungen des Iran-Krieges, die sich besonders auf die Preise für Mineralölprodukte auswirken. Das sind landesweite Zahlen für Rheinland-Pfalz – was du konkret an der Tanke um die Ecke zahlst, hängt natürlich von Standort und Tageszeit ab.

Was die Bundeszahlen bestätigen

Dass Diesel sich gerade in einer Sonderrolle befindet, zeigt auch der Blick auf die bundesweite Entwicklung. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung wertet regelmäßig die Verbraucherpreisindizes des Statistischen Bundesamtes aus, speziell für Dieselkraftstoff ab Tankstelle. Und die Indexkurve dort liest sich eindrücklich: Lag der Wert im September 2025 noch bei 142,3 Punkten, kletterte er bis September 2026 auf 211,1 Punkte. Das ist der höchste Stand seit Jahren – höher sogar als während der Energiekrise 2022, als der Index im März kurzzeitig auf 194,5 Punkte sprang. Im Oktober 2026 liegt der vorläufige Wert laut dieser Auswertung sogar schon bei 211,5 Punkten. Diesel bleibt also auf hohem Niveau, eine schnelle Entspannung ist aus diesen Zahlen nicht abzulesen.

Koblenz im Detail: Wo du gerade am wenigsten zahlst

Schauen wir auf die Lage direkt vor Ort. Laut aktuellen Daten von benzinpreis.de lagen die Preise in Koblenz am 22. Oktober 2026 bei durchschnittlich 2,113 Euro für Super E5, 2,053 Euro für E10 und 2,210 Euro für Diesel – und damit sogar etwas unter dem Bundesdurchschnitt von 2,143 Euro, 2,087 Euro beziehungsweise 2,249 Euro. Ein kleiner Trost, aber immerhin einer.

Wer aktuell besonders günstig tanken will, findet laut dieser Übersicht die niedrigsten Preise bei GLOBUS in der Jakob-Caspers-Straße mit 2,098 Euro für Super E5, 2,039 Euro für E10 und 2,198 Euro für Diesel. Dicht dahinter liegen mehrere ED-Tankstellen in der Wilhelm-Leuschner-Straße, der Aachener Straße und der Trierer Straße sowie eine BELL-Oil-Station in den Siebenmorgen. Am oberen Ende der Preisskala stehen mehrere Shell-Stationen sowie eine Aral-Tankstelle in der Andernacher Straße, dort kosten Super E5 und Diesel jeweils rund zwei Cent mehr pro Liter.

Warum ausgerechnet Diesel so stark zulegt

Das kennt ihr vielleicht noch aus dem Herbst, wenn die Heizölsaison beginnt und die Nachfrage nach Mineralölprodukten insgesamt steigt. Das allein erklärt aber nicht, warum der Dieselpreis sich so deutlich vom Benzinpreis abkoppelt. Die Zahlen des Statistischen Landesamtes verweisen klar auf internationale Krisenfaktoren, die insbesondere Mineralölprodukte unter Druck setzen. Für Pendler, Handwerksbetriebe und alle, die beruflich auf Diesel angewiesen sind, ist das eine Entwicklung, die sich direkt im Portemonnaie bemerkbar macht.

Was das für deinen Alltag bedeutet

Ob du jetzt zur Tankstelle mit dem günstigsten Preis fährst oder einfach dort tankst, wo du gerade bist – ein Blick auf die Preistafel lohnt sich derzeit mehr denn je. Die Differenz zwischen günstigster und teuerster Station in Koblenz liegt zwar nur bei wenigen Cent pro Liter, bei einem vollen Tank kann sich das trotzdem summieren. Und wer öfter tankt, merkt die große Linie ohnehin: Diesel ist 2026 ein anderes Kapitel als noch vor einem Jahr.

Wir bleiben an dem Thema dran und schauen uns die Preise regelmäßig wieder an. Bis dahin gilt: Augen auf an der Zapfsäule, vielleicht auch mal eine Tankstelle weiterfahren, wenn es sich lohnt. Und dann ab nach Hause, wo zumindest das Radio nichts kostet.

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