
OIL! ist im Oktober 2026 die günstigste Tankstellenmarke beim Diesel, dicht gefolgt von HEM und Supermarkt-Tankstellen.
Kennst du das: Du fährst an drei Tankstellen vorbei, bevor du dich für eine entscheidest, und am Ende sind es vielleicht zwei Cent Unterschied? Genau das zeigt das aktuelle Tankstellen-Ranking für Oktober 2026 wieder sehr deutlich. Laut SpritFuchs ist OIL! im Zeitraum vom 23. September bis 22. Oktober 2026 die günstigste Marke beim Diesel – mit durchschnittlich 2,278 Euro pro Liter. Der Vorsprung ist dabei hauchdünn: Supermarkt-Tankstellen und HEM liegen mit je 2,279 Euro praktisch gleichauf, Hoyer und AVIA XPress folgen mit 2,282 Euro. Wer in der Region unterwegs ist, weiß: Auf der Strecke zwischen Koblenz, Mosel und Mittelrhein lohnt sich der Blick aufs Display schon wegen solcher Unterschiede.
Das Interessante an diesem Monat ist nicht nur, wer vorn liegt, sondern wie eng es zugeht. Zwischen der günstigsten und der teuersten Marke liegen beim Diesel nur noch 7,2 Cent, im September waren es noch 8,2 Cent. Lässt man AGIP ENI als Ausreißer außen vor, schrumpft die Spanne sogar auf 5,0 Cent. Auch bei Super E10 und Super E5 wird der Markt enger: Die Differenz sank von 7,6 auf 6,8 Cent beziehungsweise von 8,0 auf 7,0 Cent.
Bewegung gibt es vor allem im Mittelfeld. HEM springt laut SpritFuchs von Rang 11 auf Rang 2, Hoyer von Rang 13 auf Rang 4 – beide Marken wurden beim Diesel um rund 6,4 bis 6,5 Cent günstiger, stärker als jede andere Marke im Vergleich. AVIA XPress, das in den drei Monaten zuvor die Spitzenposition bei Super E10 und Super E5 hielt, verliert beim Diesel den ersten Platz und landet auf Rang 4. Größter Verlierer ist AVIA, das von Rang 7 auf Rang 14 abrutscht. Auch freie Tankstellen und JET fallen aus den vorderen fünf Plätzen heraus.
Bei Super E10 und Super E5 hat sich an der Spitze nichts geändert. AVIA XPress bleibt hier die günstigste Marke, mit 2,133 Euro bei E10 und 2,190 Euro bei E5. Am teuersten Ende steht bei beiden Sorten Westfalen, mit 2,201 Euro beziehungsweise 2,260 Euro. Wer also öfter Benzin statt Diesel tankt, findet die beste Orientierung an einer anderen Marke als beim Diesel – das lohnt sich zu wissen, bevor man den nächsten Boxenstopp plant.
Diesel kostete im Schnitt des Zeitraums 2,328 Euro bei Aral und Shell, bei JET waren es 2,287 Euro. Schlusslicht bleibt zum zweiten Mal in Folge AGIP ENI mit 2,350 Euro – das sind 2,2 Cent mehr als bei Aral und Shell und 4,7 Cent über dem Bundesschnitt des Zeitraums von 2,303 Euro. Insgesamt zeigt sich laut SpritFuchs ein recht klares Muster: Der sogenannte Premium-Cluster aus Aral, Shell, TotalEnergies, ESSO und AGIP ENI lag beim Diesel bei 2,325 Euro, der Discount-Cluster aus JET, STAR, HEM, AVIA XPress, OIL! sowie freien und Supermarkt-Tankstellen bei 2,284 Euro. Der Abstand von gut vier Cent bleibt damit ähnlich wie im Vormonat.
Seit dem 1. Oktober 2026 gilt der zweite Tankrabatt des Jahres, die Energiesteuer sank laut Bundesrat um 14,04 Cent je Liter, mit Mehrwertsteuer rechnerisch rund 16,7 Cent. Spannend ist, wie schnell und wie vollständig die einzelnen Marken das an der Zapfsäule weitergegeben haben. Am ersten Tag lagen die Marken laut SpritFuchs noch weit auseinander: CLASSIC senkte den Dieselpreis im Tagesmittel nur um 12,2 Cent, freie Tankstellen um 12,4 Cent, während OIL! und Hoyer mit 15,9 Cent am schnellsten reagierten. Keine Marke erreichte am ersten Tag im Mittel die vollen 16,7 Cent.
Nach drei Wochen hat sich das Bild etwas angeglichen: Zwischen 16,7 Cent lagen zehn der zwanzig Marken, darunter Shell und TotalEnergies. Aral kam auf 16,6 Cent. Insgesamt eine kleine Spanne von rund zwei Cent zwischen den Marken – wobei das kein exakter Beleg für die Weitergabe ist, weil sich in drei Wochen auch die Einkaufspreise verändern. Eine gesetzliche Pflicht zur vollständigen Weitergabe gibt es laut Bundesrat ohnehin nicht. Der ADAC schrieb nach eigenen Angaben am 21. Oktober 2026, bei Benzin komme inzwischen der Großteil des Rabatts an den Zapfsäulen an, beim Diesel habe er dagegen im Wochenvergleich sogar einen leichten Anstieg gemessen.
Zwischen der teuersten und der günstigsten Marke liegen beim Diesel aktuell 7,2 Cent – bei 60 Litern sind das 4,32 Euro pro Tankfüllung. Zwischen JET und Aral macht der Unterschied 4,1 Cent aus, umgerechnet 2,46 Euro bei 60 Litern. Nicht die Welt, aber auch nicht nichts, wenn man sowieso in der Nähe tankt. Größer ins Gewicht fällt laut SpritFuchs übrigens die Tageszeit: Seit der 12-Uhr-Regel vom 1. April 2026 dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen. Im Auswertungszeitraum kostete Diesel um 13 Uhr im Schnitt 18,0 Cent mehr als um 11 Uhr – das ist mehr als das Doppelte der gesamten Markenspanne. Wer flexibel ist, spart also oft mehr durch die richtige Uhrzeit als durch die richtige Marke.
Dass der Wettbewerb an den Zapfsäulen grundsätzlich lebendig ist, bestätigen auch tägliche Marktbeobachtungen der Portale benzinpreis.de und gasoline-germany.com, die für Mitte und Ende Oktober 2026 ein durchgehend hohes Wettbewerbsniveau mit Werten um 75 bis 77 Punkten auf ihrem Preiskampf-Intensitäts-Index verzeichneten. Fast die gesamte Mittagserhöhung wurde demnach im Tagesverlauf durch Senkungen wieder zurückgenommen – ein Hinweis darauf, dass sich Geduld bis zum Nachmittag häufig auszahlt.
Am Ende zeigt das Oktober-Ranking vor allem eins: Die Unterschiede zwischen den Marken werden kleiner, aber sie verschwinden nicht. OIL! liegt knapp vorn, HEM und Hoyer holen kräftig auf, und die großen Ketten bleiben tendenziell teurer als die Discounter. Wer regelmäßig tankt, fährt mit einem Blick auf die aktuellen Preise meist besser als mit Bauchgefühl – und wer sowieso an mehreren Stationen vorbeikommt, kann ruhig kurz vergleichen, bevor er den Tankdeckel aufmacht.






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