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Die Florinskirche: Koblenz‘ gotisches Wahrzeichen am Florinsmarkt

Die Florinskirche in Koblenz: gotische Basilika, UNESCO-Weltkulturerbe und erste evangelische Kirche der Stadt mit bewegter Geschichte seit 1100.

Redaktion
·
27. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 6 Tagen

Ein Blick auf eine der ältesten Kirchen der Stadt

Wer durch die Koblenzer Altstadt schlendert, kommt am Florinsmarkt kaum an ihr vorbei: die Florinskirche. Schlicht von außen, aber mit einer Geschichte, die bis ins Jahr 1100 zurückreicht. Das kennt ihr vielleicht, oder? Man geht an einem Gebäude hundertmal vorbei, bis man sich irgendwann fragt, was eigentlich dahintersteckt.

Laut der Plattform Visit-a-Church handelt es sich bei der Florinskirche um eine dreischiffige, fünfjochige gotische Basilika mit Vorchor, Querschiff und einer markanten Doppelturmfront im Westen. Seit 2002 gehört sie als Teil des Oberen Mittelrheintals zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Rundbogenarkaden bestehen aus Basaltlava, einem Material, das man in der Region immer wieder findet.

Von der Marienkirche zur evangelischen Hauptkirche

Die Baugeschichte der Florinskirche ist lang und wechselvoll. Vor dem heutigen Bau stand hier im 10. Jahrhundert eine Marienkirche. Um 1100 entstand dann der heutige Kern, mit weiteren Baumaßnahmen bis ins Jahr 1240. Im 14. Jahrhundert kamen die Wandmalereien in den Altarnischen der nördlichen Außenwand des Vorchores hinzu, um 1350 ein neuer Polygonalchor über einem römischen Turmstumpf.

Eine der einschneidendsten Veränderungen fand 1818 statt: Die Florinskirche wurde zum gemeinsamen Gebrauch der Militär- und Zivilgemeinde bestimmt. Nur zwei Jahre später, 1820, endete eine zweijährige Umgestaltung in neugotischen Formen unter Karl Friedrich Schinkel und Johann Claudius von Lassaulx. Am 17. September 1820 wurde die Florinskirche als erste evangelische Kirche in Koblenz eingeweiht, wie Visit-a-Church dokumentiert. Heute gehört sie zur Evangelischen Kirchengemeinde Koblenz-Mitte.

Zerstörung, Wiederaufbau und ein besonderer Namensgeber

Die Florinskirche hat nicht nur Umbauten, sondern auch schwere Zeiten überstanden. Am 22. April 1944 wurde sie bei einem Luftangriff im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört. 1971 machte ein Schwelbrand eine Innenrestaurierung samt neuer Farbfassung notwendig. Wer heute den Innenraum betritt, sieht also auch das Ergebnis dieser Wiederherstellung.

Besonders ist auch die Verbindung zu Nikolaus von Kues, besser bekannt als Nicolaus Cusanus. Der Philosoph, Theologe und Mathematiker war von 1431 bis 1439 Dekan am Florinsstift. Ein Denkmal in der Nähe der Kirche erinnert an ihn. Namenspatron der Kirche ist Florinus, ein Priester, der im 6. oder 7. Jahrhundert in Remus im Engadin wirkte.

Orgel, Fresken und ein Turm von 60 Metern

Ein Höhepunkt für Musikinteressierte ist die Orgel der Florinskirche. Sie wurde 2010 von der Orgelbau-Werkstatt Förster & Nicolaus in Lich errichtet und verfügt über 3.729 Pfeifen, 51 Register sowie drei Manuale und Pedal. Der Orgelprospekt stammt noch von Lassaulx aus dem Jahr 1820. Die Einweihung der neuen Orgel fand am 28. November 2010 statt.

Im Inneren der Kirche warten weitere Details auf aufmerksame Besucher: Fresken wie das Martyrium der Heiligen Agatha aus der Zeit um 1300, zwei Wandgemälde des kurtrierischen Hofmalers Januarius Zick im Chor aus dem Jahr 1772 sowie ein Grabrelief für Christian Rogge von August Wittig aus dem Jahr 1912. Der Turm der Florinskirche misst stattliche 60 Meter.

Wie Besucher die Kirche heute erleben

Auf der Bewertungsplattform Tripadvisor kommt die Florinskirche auf eine Bewertung von 3,9 von 5 Punkten bei 64 Bewertungen und belegt Platz 16 von 124 Aktivitäten in Koblenz. Besucher beschreiben sie als schlichte, evangelische Kirche mit stimmiger Bemalung und stilsicherer Innenausstattung, die im Inneren eine besondere Atmosphäre entfalte. Ein Rezensent weist darauf hin, dass die Kirche früher die Hauptkirche der Stadt war — ein Umstand, der sich bis heute daran ablesen lässt, dass das Pfarrhaus der katholischen Liebfrauenkirche direkt gegenüber liegt, eine Erinnerung an die Zeit vor der Reformation.

Wer das nächste Mal am Florinsmarkt vorbeikommt, schaut vielleicht noch einmal genauer hin. Manche Gebäude erzählen eben mehr, als man beim ersten Blick vermutet.

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