
Koblenz pflanzt schon jetzt den BUGA-Staudenmix: Lützel und Stolzenfels blühen auf, während die Region fürs Obere Mittelrheintal 2029 gemeinsam Grün schafft.
Noch sind es dreieinhalb Jahre bis zur Bundesgartenschau 2029 im Oberen Mittelrheintal. Aber wer in diesen Wochen durch Koblenz-Lützel oder Stolzenfels läuft, sieht schon, wohin die Reise geht. Der Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen der Stadt Koblenz hat drei Flächen neu bepflanzt — mit dem eigens für die Region entwickelten BUGA-Staudenmix. Unterstützt hat dabei das Staudenteam der Freunde der Bundesgartenschau Koblenz e. V. Vorstandsmitglied Wolfgang Dreyer sagt dazu: Wenn es um Premium-Grünflächen in Koblenz gehe, helfe das Staudenteam der BUGA-Freunde immer gerne.
Das klingt erstmal nach einer kleinen Meldung. Ist es aber nicht, wenn man bedenkt, wie viele Städte entlang des Rheins gerade gemeinsam an diesem Bild arbeiten.
Konkret geht es um drei Standorte. In Lützel, direkt unter der Balduinbrücke am Schüllerplatz, ersetzt eine rund 100 Quadratmeter große Staudenfläche den bisherigen Efeubewuchs, der den Platz eher trist wirken ließ. Rund 1.300 Blühpflanzen und Gräser wurden dort gesetzt — dicht genug, dass Wildkräuter kaum eine Chance haben und die Pflege überschaubar bleibt. Zu den Leitstauden zählen Berg-Reitgras, Koralleniris und gelber Wald-Salbei.
In Stolzenfels, auf dem Kapellener Platz an der Bundesstraße 9, sind es zwei neue Beete: eines mit 18 Quadratmetern in der Sonne, eines mit 48 Quadratmetern im Schatten. Im sonnigen Bereich sollen ab kommendem Jahr unter anderem Blauraute, Sonnenhut und Pyrenäen-Aster blühen. Der alte, in die Jahre gekommene Bewuchs aus Sträuchern und Stauden ist einer neuen, standortgerechten und insektenfreundlichen Bepflanzung gewichen. Zwei bis drei Jahre brauchen solche Staudenbeete übrigens in der Regel, bis sie ihre volle Wirkung entfalten. Geduld gehört also dazu — aber genau das macht so ein Projekt auch ehrlich.
Andreas Drechsler von den Stadtgärtnern kündigt schon weitere Flächen an: Man wolle noch mehr Flächen mit der BUGA-Staudenmischung bepflanzen und so auf blühende Weise zeigen, dass man zum Erfolg der BUGA 2029 beitragen wolle. Das ist mehr als eine Ankündigung — es ist eine Haltung, die sich durch die ganze Region zieht.
Hinter dem, was in Koblenz gerade wächst, steckt ein Konzept mit Namen: die Staudenmischungen „Rheinerwachen“ und „Rheintraum“. Beide wurden speziell für die Bedingungen am Rhein entwickelt und sind auf unterschiedliche Standorte abgestimmt. „Rheinerwachen“ eignet sich für sonnige, trockene Flächen, „Rheintraum“ für schattigere, feuchtere Bereiche. Entwickelt hat das Konzept die Landschaftsarchitektin und Staudenexpertin Bettina Jaugstetter. Ziel ist es, mit vergleichsweise wenig Pflegeaufwand über lange Zeit Blütenvielfalt zu schaffen, die zugleich Insekten Nahrung bietet.
Wie weit dieses Konzept inzwischen in der Region angekommen ist, zeigt ein Blick nach Kaub. Dort hat die BUGA 2029 gGmbH einen Pflanzworkshop organisiert, bei dem 32 Teilnehmende aus Kommunen und Ehrenamt lernten, wie der Staudenmix fachgerecht gepflanzt und in der Anwuchsphase begleitet wird. Bettina Jaugstetter gab dabei selbst Hinweise zur Bodenvorbereitung, Pflanzung und Pflege, bevor es in die Praxis ging. Bürgermeister Bernd Vogt und Sven Stimac, Geschäftsführer der Bundesgartenschau Oberes Mittelrheintal 2029 gGmbH, pflanzten in Kaub selbst mit.
Nach Angaben der BUGA 2029 gGmbH wurde der Staudenmix bereits von 19 Kommunen aus dem Oberen Mittelrheintal bestellt. Sven Stimac bringt den Anspruch dahinter auf den Punkt: Der BUGA-Staudenmix gebe den Kommunen ein praxistaugliches Konzept an die Hand, das artenreich, klimaangepasst und so angelegt sei, dass es im öffentlichen Raum auch wirklich funktioniere.
Was in Koblenz an der Balduinbrücke oder in Stolzenfels wächst, ist also kein Einzelprojekt. Es ist Teil eines größeren Musters, das sich von Bingen über Kaub bis Koblenz zieht — und darüber hinaus weiter in die Kommunen des Oberen Mittelrheintals. Jede Stadt pflanzt ihre eigenen Flächen, aber alle greifen auf dieselben zwei Mischungen zurück. Das verbindet, ganz praktisch, ohne großes Aufheben.
In Koblenz zeigt sich dabei auch, wie viel Ehrenamt in solchen Projekten steckt. Die Zusammenarbeit zwischen den städtischen Gärtnern und den Freunden der Bundesgartenschau Koblenz e. V. ist dafür ein gutes Beispiel: Ohne die Unterstützung des Staudenteams wären die drei Flächen in Lützel und Stolzenfels so schnell wohl nicht fertig geworden.
Wer übrigens selbst eine Fläche hat, die aufblühen könnte, muss nicht auf 2029 warten. Auch Privatpersonen sind aufgerufen, ihre eigenen Flächen für die kommende Bundesgartenschau aufzuwerten. Wer mehr über die Staudenmischungen wissen will, findet Informationen auf der Seite www.buga29.de/buga-staudenmix.
Das kennt ihr, oder? Dieses Gefühl, wenn man an einer Ecke vorbeikommt, die man schon hundertmal gesehen hat — und plötzlich blüht da was Neues. Genau das passiert gerade still und leise in Koblenz. Vielleicht ein guter Grund, beim nächsten Spaziergang an der Balduinbrücke mal genauer hinzuschauen.






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Antenne Koblenz
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.