
Daimler Truck baut an der B9 in Koblenz ein neues Nutzfahrzeugzentrum, Kestenholz übernimmt den nördlichen Teil des Areals. Alle Fakten zum Neubau bis 2028.
Wer regelmäßig an der Friedrich-Mohr-Straße entlangfährt, kennt das Gelände direkt an der B9 – gut angebunden an A48, A61 und A3, seit 1963 Heimat des Nutzfahrzeugzentrums Mercedes-Benz Koblenz. Jetzt tut sich dort etwas Großes. Wie das Fachportal profi-werkstatt.net berichtet, errichtet Daimler Truck auf dem südlichen Teil des Grundstücks einen kompletten Neubau. Das alte Gebäude aus den Sechzigern, zuletzt als Logistikhalle genutzt, wird ab Frühjahr 2026 zurückgebaut. Der eigentliche Neubau soll ab Herbst 2026 entstehen und Anfang 2028 in Betrieb gehen.
Auf rund 4.000 Quadratmetern bebauter Fläche entsteht ein neues Zentrum für Vertrieb und Service von Mercedes-Benz-Lkw sowie für den Busservice der Marken Mercedes-Benz und Setra. Laut profi-werkstatt.net wird der Standort zudem zum Anlaufpunkt für die Finanzdienstleistungen von Daimler Truck Financial Services Deutschland und als Mietstützpunkt für CharterWay-Fahrzeuge dienen. Die Werkstattfläche selbst soll rund 3.000 Quadratmeter groß werden – inklusive Hochvolt-Arbeitsplätzen für batterieelektrische Modelle wie den eActros, den eEconic sowie die Busse eCitaro und eIntouro. Ein sogenannter Dacharbeitsplatz ist ebenfalls vorgesehen, speziell für Arbeiten an Fahrerhaus- oder Busdächern – wichtig etwa beim eCitaro, der seine Batterien auf dem Dach trägt.
Bis der Neubau steht, bleibt die bestehende Niederlassung auf dem nördlichen Geländeteil für Kunden geöffnet. Und genau dieser nördliche Teil ist der Grund, warum das Kestenholz-Areal im Gespräch bleibt: Dort wird laut profi-werkstatt.net die Kestenholz Gruppe, ein Schweizer Familienunternehmen und langjähriger Partner von Mercedes-Benz, einen eigenen Standort für Vertrieb und Service von Mercedes-Benz Pkw und Transportern bauen. Die Fläche wird also zwischen zwei Unternehmen aufgeteilt – Daimler Truck im Süden, Kestenholz im Norden.
Der Koblenzer Standort hat laut dem Bericht eine Aufgabe, die über das normale Werkstattgeschäft hinausgeht: Von hier aus versorgt Daimler Truck alle Bundeswehr-Standorte in Deutschland mit Mercedes-Benz-Lkw-Ersatzteilen. Zudem ist das Nutzfahrzeugzentrum auf die Instandsetzung von Aggregaten für Bundeswehr-Lkw spezialisiert.
Auch beim Thema Energie und Wasser setzt der Neubau nach Angaben von profi-werkstatt.net auf zukunftsfähige Lösungen. Eine Photovoltaik-Anlage mit rund 300 Kilowatt peak soll Strom liefern, geheizt wird über Wärmepumpen – ganz ohne fossile Energieträger. Regenwasser von Dach- und Hofflächen versickert in einer natürlichen Auffangmulde, statt ins Kanalnetz zu fließen. Das Abwasser wird über eine biologische Aufbereitungsanlage gereinigt und im Kreislauf wiederverwendet. Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge – für Pkw ebenso wie für Lkw und Busse – ist ebenfalls eingeplant, ergänzt durch die bereits in der Nähe liegenden Ladeparks des Joint Ventures Milence in Koblenz und Mogendorf.
Für alle, die täglich an diesem Stück B9 vorbeifahren: Es lohnt sich, in den kommenden Monaten mal genauer hinzuschauen. Aus einem Gelände mit über sechzig Jahren Geschichte wird hier gerade ein Stück Zukunft gebaut – mitten in Koblenz.






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