
Die Nosferatu-Spinne erobert gerade Keller und Dachböden im Herbst. Was hinter dem Trend steckt und wie ihr im Ernstfall ruhig und richtig reagiert.
Wer in diesen Wochen im Keller oder auf dem Dachboden eine auffällig große Spinne entdeckt, ist nicht allein. Wie ka-news berichtet, breitet sich die sogenannte Nosferatu-Spinne mit dem wissenschaftlichen Namen Zoropsis spinimana zunehmend in deutschen Häusern aus. Die Tiere zählen zur Familie der Kräuseljagdspinnen und machen sich derzeit vor allem in Garagen, auf Terrassen und eben im Haus bemerkbar. Zuhause ist eben nicht immer nur gemütlich — manchmal krabbelt da auch etwas mit, das man nicht eingeladen hat.
Laut ka-news, das sich dabei auf einen Bericht von t-online beruft, liegt die Hauptpaarungszeit der Nosferatu-Spinne im Herbst, besonders im Oktober und November. Genau danach ziehen sich viele Tiere in Keller oder Dachböden zurück, um dort zu überwintern und ihre Eier geschützt abzulegen. Der Naturschutzbund Nordrhein-Westfalen nennt die Art deshalb, laut ka-news, etwas augenzwinkernd „Stubenhocker“. Ursprünglich stammt die Spinne aus südlicheren Regionen. Dass sie sich hierzulande immer weiter ausbreitet, hängt nach Einschätzung von Dr. Arnold Staniczek vom Naturkundemuseum Stuttgart auch mit dem Klimawandel zusammen. Gegenüber der Ludwigsburger Kreiszeitung, zitiert von ka-news, sagt er: Man werde sich an diese Spinnenart gewöhnen müssen, ebenso wie an die Bernsteinschabe und den Dickmaulrüssler. Die Nosferatu-Spinne sei ein Gewinner des Klimawandels.
Die gute Nachricht zuerst: Für den Menschen ist die Spinne weitgehend harmlos. Staniczek wird bei ka-news mit den Worten zitiert, sie tue nichts, alles andere sei Panikmache. Gebissen werde man nur, wenn man das Tier bedrängt oder reizt. Sein Hinweis darauf, dass die Italiener seit mehr als 2000 Jahren mit dieser Spinnenart zurechtkommen, macht deutlich: Aufregung ist hier fehl am Platz. Auch Christian Henkes vom Nabu Rheinhessen-Nahe rät laut ka-news schlicht zu Ruhe — Panik sei nicht nötig.
Wer die Spinne trotzdem lieber draußen haben möchte, kann sie einfangen. Empfohlen wird laut ka-news ein Glas oder ein ausreichend großes Gefäß, das über das Tier gestülpt wird. Ein Stück Pappe oder Papier unter der Öffnung verhindert, dass die Spinne entwischt. Ausdrücklich warnt Staniczek davor, das Tier mit der Hand zu greifen oder festzuhalten. Auch ein Eierkokon lässt sich entfernen — dafür muss die wachende Spinne vorsichtig mit einem Pinsel beiseite geschoben werden, bevor der Kokon weggetragen wird. Eingefroren haben die Eier darin keine Überlebenschance mehr. Die Ruhrnachrichten empfehlen laut ka-news zudem, das Tier erst in mindestens 50 Metern Entfernung vom Gebäude wieder freizulassen, damit es nicht zurückfindet. Sichtungen können außerdem dem Nabu Deutschland gemeldet werden, ebenso dem Atlas der Spinnentiere Europas — beides nützlich für die Forschung.
Wer solche Begegnungen von vornherein vermeiden möchte, kann laut den Ruhrnachrichten alle Zugänge ins Haus versiegeln, etwa mit Fliegengittern an den Fenstern. Spalten und Ritzen lassen sich mit Klebeband oder Silikon abdichten. Als Hausmittel gilt Lavendel, aber auch Essig oder die Düfte von Minze, Zitrusfrüchten und Eukalyptus sollen Spinnen fernhalten. Auch den Geruch von Kastanien oder Tabak mögen sie offenbar nicht. Wer es pragmatischer mag, greift zu Anti-Spinnen-Spray aus dem Baumarkt — dabei lohnt sich ein Blick auf die Gefahrenhinweise des Herstellers.
Am Ende bleibt: Die Nosferatu-Spinne gehört inzwischen zu unserer Region wie der Nebel über der Mosel im Herbst. Unangenehm vielleicht, aber kein Grund, den Keller zu meiden.






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