
65 Fachkräfte aus Rheinland-Pfalz erhielten den Landesbestenpreis 2026 in Mainz. Ein Rückblick auf Auszeichnung, Förderung und was das für die Region bedeutet.
Manchmal lohnt sich der späte Feierabend an der Werkbank oder über den Büchern eben doch. In Mainz sind jetzt 65 Menschen aus Rheinland-Pfalz für genau das ausgezeichnet worden: für eine berufliche Fortbildung, die sie mit herausragenden Ergebnissen abgeschlossen haben. Wirtschaftsminister Michael Ebling hat ihnen gemeinsam mit den rheinland-pfälzischen Handwerkskammern, den Industrie- und Handelskammern und der Landwirtschaftskammer den Landesbestenpreis 2026 verliehen. Die Verleihung fand in der Alten Lokhalle in Mainz statt, wie das Handwerksblatt berichtet.
Unter den Geehrten sind Meisterinnen und Meister sowie Absolventinnen und Absolventen weiterer Fortbildungsabschlüsse aus Handwerk, Industrie, Handel und Landwirtschaft. Nach Angaben des Handwerksblatts kamen 28 der Preisträgerinnen und Preisträger aus dem Handwerk, 34 aus der Industrie und drei aus der Landwirtschaft. Wer in der Region unterwegs ist und täglich an Werkstätten, Betrieben und Baustellen vorbeikommt, bekommt mit solchen Zahlen noch mal ein Gefühl dafür, wie viel fachliches Können hier zu Hause ist — auch wenn es nicht immer sichtbar ist.
Der Landesbestenpreis ist kein neues Format. Das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium hat ihn 2020 ins Leben gerufen, in diesem Jahr wurde er zum siebten Mal vergeben. Die Idee dahinter: besondere Leistungen in der beruflichen Bildung sichtbar machen und gleichzeitig zeigen, welche Bedeutung diese Bildung für die Fachkräftesicherung und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft im Land hat. Das geht aus der Pressemitteilung des Ministeriums für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima hervor.
Bei der Preisverleihung fand Minister Ebling deutliche Worte für die Leistungen der Geehrten. Er sagte, sie hätten mit Fleiß, Engagement und großem Fachwissen gezeigt, was mit beruflicher Bildung möglich sei, und betonte, die Wirtschaft brauche Menschen, die Verantwortung übernehmen und ihr Wissen einbringen. Gerade angesichts des Fachkräftemangels seien gut qualifizierte Fach- und Führungskräfte unverzichtbar. Mit dem Preis wolle man nicht nur persönliche Erfolge würdigen, sondern auch deutlich machen, dass berufliche und akademische Bildung gleichwertige Wege zu einer erfolgreichen Karriere seien, so Ebling laut Mitteilung des Ministeriums.
Wer sich beruflich weiterbildet, bekommt in Rheinland-Pfalz nicht nur Anerkennung, sondern auch handfeste Unterstützung. Mit dem Aufstiegsbonus I honoriert das Land erfolgreich abgeschlossene Meisterprüfungen und gleichwertige Fortbildungsabschlüsse mit jeweils 2.000 Euro. Rund 2.700 Absolventinnen und Absolventen profitieren laut Ministerium jährlich von dieser Förderung. Allein im laufenden Jahr sind dafür bereits mehr als 5,7 Millionen Euro an Landesmitteln bewilligt worden.
Das zeigt: Hier geht es nicht nur um eine schöne Urkunde und einen Händedruck auf der Bühne. Die Landesregierung versucht, mit finanziellen Anreizen gezielt mehr Menschen den Weg zu einer höheren beruflichen Qualifikation zu ebnen. Wer schon mal überlegt hat, neben dem Job die Meisterschule zu machen, weiß, wie viel Organisation und Durchhaltevermögen das kostet. Dass es dafür am Ende nicht nur ein Zeugnis, sondern auch eine finanzielle Anerkennung gibt, dürfte so manche Entscheidung leichter machen.
Ebling verband die Ehrung auch mit einem Blick auf ein Thema, das viele Handwerksbetriebe in der Region in den kommenden Jahren beschäftigen wird: die Unternehmensnachfolge. Laut Ministerium stehen in Rheinland-Pfalz in den kommenden Jahren rund 9.000 Betriebe zur Übergabe an. Wer sich weiterqualifiziert, so Ebling, könne zusätzliche Verantwortung übernehmen, Führungsaufgaben wahrnehmen oder den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Gerade mit Blick auf die anstehenden Übergaben brauche es gut ausgebildete Menschen, die bereit seien, Betriebe zu übernehmen und deren Zukunft aktiv zu gestalten.
Das Land will Gründungsinteressierte und potenzielle Nachfolgerinnen und Nachfolger dabei nicht allein lassen. Gemeinsam mit den Kammern bietet es verschiedene Beratungs- und Informationsangebote an, die genau an diesem Punkt ansetzen — dort, wo aus einer guten Fortbildung vielleicht einmal eine eigene Firma oder ein übernommener Betrieb wird.
Am Ende der Preisverleihung richtete Ebling seinen Dank an die Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern sowie die Landwirtschaftskammer für die enge Zusammenarbeit. Besonders hob er die ehrenamtlichen Mitglieder der Prüfungsausschüsse hervor. Sie leisten laut Ministerium mit ihrem Engagement einen wichtigen Beitrag zur hohen Qualität der beruflichen Aus- und Fortbildung in Rheinland-Pfalz — eine Arbeit, die selten im Rampenlicht steht, aber ohne die es solche Preisverleihungen gar nicht geben würde.
Wer durch Koblenz und die Region fährt, läuft diesen 65 Namen vermutlich nicht persönlich über den Weg. Und doch stecken sie überall drin: in der Werkstatt um die Ecke, im Handwerksbetrieb, der gerade den nächsten Azubi ausbildet, in der Firma, die irgendwann einen neuen Chef oder eine neue Chefin braucht. Vielleicht lohnt es sich, beim nächsten Handwerkerbesuch einfach mal zu fragen, wie der Weg bis hierhin aussah. Oft steckt mehr Geschichte dahinter, als man denkt.






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